Daumen hoch – was mir gefällt

Schmerzhafte Erziehung

Was tun, wenn öffentlich einem Kind von einem Elternteil Schmerzen zugefügt werden? Wann darf, wann muss man einschreiten?

Ein großer Flohmarkt in einer mittelgroßen Kreisstadt. Eine typische Familie – Vater, Mutter, Sohn, Tochter – bummelt zwischen den Ständen entlang. Die Mutter bleibt ein wenig zurück, der Vater geht mit den Kindern, das Mädchen ist etwa acht bis zehn Jahre alt, voraus. Plötzlich scheint es, als ob der Sohn, etwa 12, 13 Jahre alt, irgendetwas falsch gemacht hat. Der Vater herrscht ihn an, greift dann seinen Unterarm und drückt zu. Zunächst sieht es so aus, als fasse er seinen Sohn nur am Arm, um dessen Aufmerksamkeit zu erregen. Doch dann drückt er immer weiter zu, so lange, bis dem Jungen die Tränen in die Augen steigen. Dann schickt der Vater sein Kind davon: „Geh ein paar Meter weg.“

Wenig später. Die Mutter geht mit ihrem weinenden Sohn Arm in Arm hinter Vater und Tochter her.  Zwei Frauen an einem Flohmarktstand sprechen die beiden an. „Das war ja wohl etwas heftig für einen Vater.“ Die Mutter zuckt die Achseln, sagt, da müsse sie wohl mal mit ihrem Mann reden.

Was ist das richtige Verhalten in dieser Situation? Sofort eingreifen? Dem schmerzhaft ausgeübten Erziehungsrecht des Vaters in den Arm fallen? Niemand hat es getan. Einzig die beiden Frauen haben eine Bemerkung gemacht, die vermutlich gar keine Wirkung hat. Allem Anschein nach duldet die Mutter das Verhalten des Vaters oder sie ist – was unwahrscheinlicher erschien – machtlos dagegen. Vielleicht heißt sie es sogar gut.

Mir geht der Junge geht mehr aus dem Kopf. Ich weiß nichts über diese Familie, aber es sieht so aus, als sei der schmerzhafte Würgegriff des Vaters nicht zum ersten Mal erfolgt. Ich war über den Vorfall, der sich ein paar Meter von mir entfernt ereignete, erst so perplex, dass ich gar nicht reagieren konnte. Und dann war es zu spät.

Ich hätte etwas sagen müssen.

 

 

Kleine Anleitung für IPTC-Köpfe

IPTC – das ist der internationale Standard für das Speichern von Bildinformationen und Urheberrechten.

http://de.wikipedia.org/wiki/IPTC-NAA-Standard

Jeder, der für Zeitungen arbeitet oder seine Fotos anderen Medien anbietet, sollte sie mit IPTC-Köpfen versehen. Einerseits, um den chronisch unter Stress stehenden Redakteuren die Arbeit zu erleichtern und damit vor anderen Fotografen die Nase vorn zu haben. Andererseits, um die Urheberrechte am Bild zweifelsfrei festzuschreiben.

Hier meine kleine Anleitung für das Anlegen von IPTC-Köpfen in Photoshop und XnView zum Herunterladen oder Ausdrucken:

IPTC-Anleitung

Wer mehr lesen möchte:

http://www.koschel.it/fotografie/iptc-daten/

http://www.bildbetextung.de/

Ausführliche FAQ zu Urheberrechten bei Fotos:

http://hoesmann.eu/rechtsgebiete/urheberrecht/faq-foto-und-urheberrecht/#109

Sintflut der Fotos

Ein kleines Erlebnis im Urlaub: In der Barbarossa-Höhle am Kyffhäuser kaufe ich eine Eintrittskarte und für zwei Euro eine Fotogenehmigung. Anmerkung auf der Rückseite: Fotografieren bitte nur ohne Blitz, die Veröffentlichung der Bilder ist untersagt (so die Kurzform, das Ganze war deutlich ausführlicher ausgeführt). Also rein in die Höhle, 1600 Asa eingestellt, Gorillapod unter die Kamera geklickt und fotografiert. Alle anderen haben auch auf den Auslöser gedrückt, auf den ihrer Handys oder Minikameras,  und immer schön geblitzt dabei. Der junge Geologe, der durch die Unterwelt führte, hat’s einfach so hingenommen.

Ritschratschclick im Digitalzeitalter

Ich  möchte ja nicht wissen, wie diese Fotos aussehen? Die Hälfte davon dürfte nicht zu gebrauchen sein, ähnlich denen, wenn ein Konzertbesucher vom obersten Rang der Kieler Ostseehalle mit dem eingebauten Blitz seiner Minikamera die Bühne ablichtet. Was mir aber noch bemerkenswerter erscheint ist die Frage, wer sich diese Fotos wann und vor allem wie oft anschaut. Wir ertrinken in Fotos. Seitdem kein Film mehr gekauft und eingelegt werden muss und jedes Foto so schnell wieder gelöscht werden kann wie es gemacht wurde, wird fotografiert als gäbe es nichts anderes mehr auf der Welt. Die Sintflut der Bilder ist weitaus größer als die echte. Wer braucht diese Fotos? Wer will diese Fotos? Sie sind Wegwerfware geworden.

Klick-Klick-Klick

Zugegeben, auch ich fotografiere viel. Und vor allem jedes Motiv mehrmals. Als Fotografin für Zeitungen hat man das einfach so drin, jedes Motiv vielfach aus vielen Blickwinkeln. Früher wurden davon Kontaktabzüge gemacht und einzelne mit Lupe und fotografischem Blick ausgesucht. Heute macht die Masse das Bild. Klick-Klick-Klick, und alles, was nichts taugt, wird weggeworfen. Oder auch nicht, denn auch das Aussortieren will gelernt sein. Von beiden Phänomenen will ich mich nicht freisprechen.

Mindert die Masse den Wert?

Was macht das massenweise Fotografieren mit den Bildern? Wie beliebig werden sie? Meine Theorie: Millionen von Fotos versauern auf Festplatten, nachdem sie kurz gezeigt und besehen wurden, etwa nach Urlaubsreisen. Wenn sie dem Fotografen wichtig sind, bitte sehr, soll er sie horten. Einige hunderttausend Bilder finden den Weg ins Internet, in Fotocommunitys oder auf Blogs (darunter auch Fotos von mir). Ambitionierte Hobbyfotografen zeigen hervorragende und herausragende Bilder. Eine Leistung, die mich oft staunen lässt.

Und dann gibt es noch Fotos, die ragen heraus. Wer sehen kann, wird sie finden und für gut befinden und sie im Gedächtnis behalten. Es sind Nadeln im Heuhaufen der Massenfotografie. Zeitlose Dokumente, wunderschöne Bilder, auf Chip gebannte Weisheiten. Fotos, die im Kopf des Fotografen entstanden und im Kopf des Betrachters bleiben.

Die universelle Sprache der Fotografie

Solche Fotos gab es schon immer. Sie sind nicht umsonst heute als Kunstwerke anerkannt, man denke nur an Bilder von Edward Steichen, Alexander Rodtschenko, Robert Capa, Henry Cartier-Bresson, Alfred Stieglitz oder August Sander.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bedeutender_Fotografen

Ihre Bilder sprechen eine universelle Sprache, die bis heute gilt. Viele andere, weniger bekannte Fotografen machen Bilder, die in Qualität und Aussage hervorragend sind. Ich wünsche diesen Bildern, dass sie nicht von der Sintflut der Fotos, die das digitale Fotozeitalter prägen, hinweggespült werden. Es erfordert geübte Betrachter und die Lust an guten Fotos, die Spreu vom Weizen zu trennen. Nicht nur in unserer von Bildern geprägten Welt, sondern vor allem und das ganz besonders auf der eigenen Festplatte.

Ausführliche Gedanken zum „digitalen Bildvergessen“ hat sich Andreas Schelske 2005 beim zweiten Symposium der Deutschen Gesellschaft für Photographie und des Fachbereichs Gestaltung der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule Nürnberg gemacht.

Gedanken und Tipps zum Fotos sortieren gibt’s hier:

http://www.foto-howto.de/praesentieren/ordnung-das-aussortieren-der-fotos/

 http://www.goldmann.de/bilder-aussortieren_tipp_127.html

 

 

 

 

Beten online ist wie Bloggen

Beten ist wie Bloggen.  Zwiesprache mit jemandem halten, der kein Zwiegespräch führt, sondern irgendwo da draußen ist. Vielleicht antwortet er und  schickt einen Kommentar. Ober aber er klickt meine Wort einfach nur an, liest sie und bewegt sie im besten Fall in seinem Herzen.

Für den der betet, bloggt oder gar online betet aber sind alle drei Wege eine gute Möglichkeit, die Gedanken zu schärfen. Was will ich sagen? Was bewegt mich? Was wünsche ich mir? Nur wer sein Inneres versucht, in Wort zu fassen, hat genug durchdacht, was ihn bewegt.

Da lob ich mir die Seite www.evangelisch.de

Nicht nur, dass das Hansische Druck- und Verlagshaus (HDV), eine 100%ige Tochtergesellschaft des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik gGmbH (GEP), hier ein umfassendes Online-Angebot bereit hält, dass weit mehr als nur evangelische Christen interessiert. Die Seite bietet auch die Möglichkeit, bloggend zu beten oder betend zu bloggen. Einfach so, für jeden, dem danach ist und ohne Anmeldung. Ein Ort, um Gebete zu allen Katastrophen dieser Welt, aber auch für das eigene kleine Leben zu hinterlassen, für die Ordnung der eigenen Zwiesprache mit Gott und zum Nachbeten für andere.

http://gebet.evangelisch.de/

Warum Annan Kofi heißt

Kofi heißt nicht nur der ehemalige UN-Generalsekretär Annan mit Vornamen, Kofi ist ein sehr häufiger Vorname in Ghana, in abgewandelter Form in ganz Westafrika. Ghana kennt eine besondere Art der Vornamen-Vergabe. Je nach Wochentag erhalten Mädchen und Jungen ihre Vornamen.

Wie heißt Ihr auf ghanaisch? Hier die Liste:

  • Wochentag – männlich – weiblich
  • Montag  – Kwadwo, Kojo, Jojo – Adjoa Adzo Ejo
  • Dienstag – Kwabena Kobina Ebo – Abenaa, Abla
  • Mittwoch – Kwako, Kweku Kuuku – Akua, Ekuwa, Aku
  • Donnerstag – Yaw, Ekow – Yaa, Yaaba
  • Freitag – Kofi, Fiifi, Yoofi – Efua, Afua Afi
  • Sonnabend – Kwame, Kwamena, Ato – Ama, Aba, Awo
  • Sonntag – Kwesi, Akwasi, Siisi – Esi, Akosua, Kisi

Also wissen wir jetzt: Kofi Annan wurde an einem Freitag geboren.

Seine Geburtsstadt ist Kumasi, die von den Ghanaern liebevoll mit der Kurzform K’si bezeichnet wird.

Die jeweils ersten Namen der Liste sind übrigens die Hauptnamen für den jeweiligen Wochentag der Geburt, alle weiteren nur Abwandlungen. Sind mehrere Söhne oder Töchter einer Familie am selben Tag geboren, werden sie durchnummeriert: Kofi der erste, der zweite, der dritte . . .

Alternativ werden Kinder nach den Umständen ihrer Geburt benannt, also etwa Piesie (Stammhalter) oder Atta (Zwilling).

http://de.wikipedia.org/wiki/Akan-Vorname

Brille online

Eine Brille tragen zu müssen ist ein potentielles Armutsrisiko. Mit zunehmendem Alter umso mehr, denn eine ordentliche Gleitsichtbrille bei gleichzeitiger starker Kurzsichtigkeit ist beim Optiker – ob um die Ecke oder von einer großen Kette – kaum unter ein paar hundert Euro zu haben. Meine erste Gleitsichtbrille war so teuer wie vor fast 30 Jahren mein erstes Autos. Zugegeben, die Preissteigerungsrate eingerechnet, gibt es für diesen Preise heute nur noch einen Schrotthaufen. Trotzdem, knapp 1000 Euro für eine Brille hinblättern zu müssen, nur damit man lesen kann und trotzdem nicht gegen jeden Laternenmast läuft, ist schon bitter.

Woher der Preis kommt, ist mir ehrlich gesagt, ziemlich schleierhaft. Ich weiß, dass ein Brillengestell in der Herstellung weit unter 100 Euro kostet. Ich weiß zwar auch, dass gute Gläser teuer sind, ab sooo teuer? Kunststoff, hochbrechend, entspiegelt, versiegelt, getönt, dafür muss man schon ziemlich tief ins Portemonnaie greifen.

Wagnis Online-Optiker

Es gibt eine Alternative. Online-Optiker. Wagen oder nicht? Ich habe es gewagt. Gut, für die angepriesenen 79 Euro ist eine Gleitsichtbrille für meine Werte – oben -6,5, unten +4,5 – auch dort nicht zu haben. Aber für 169 Euro. Der Versuch war’s mir wert. Falls es schief gegangen wäre, hätte ich eine Ersatzbrille gehabt. Die brauche ich sowieso. Also habe ich mich bei einem Online-Optiker angemeldet. Habe mein Foto hochgeladen (gut, dass es niemand sonst zu sehen bekommt) und mir online eine Brille angepasst. Werte laut Verordnung des Augenarztes eingegeben. Einer davon, den des Pupillenabstandes, sollte man vorher von einem Optiker feststellen lassen. Das habe ich dann doch nicht gemacht, kann ja schlecht zum Optiker gehen und sagen „Messen Sie mal meinen Pupillenabstand, damit ich mir eine Brille im Internet bestellen kann.“ Zum Glück war der Pupillenabstand im alten Brillenpass eingetragen. So sehr, dachte ich, könne mein Gesicht wohl kaum auseinander gegangen sein.

Alles gut

Bestellung abgeschickt. Gewartet. Brille angekommen. Made in China. Aufgesetzt. Passt, sieht gut aus, ich kann gut sehen. Alles bestens. Ergo: Auch Blindfische müssen nicht verarmen, wenn sie eine neue Brille brauchen. Jetzt bleibt nur noch die Frage, warum es nicht auch hierzulande, beim Optiker um die Ecke, etwas billiger geht als für den Preis eines 30 Jahre alten Autos.

Fazit: Ich werde auch meine nächste Brille online kaufen. Der Preis ist unschlagbar, das Ergebnis stellt mich rundherum zufrieden.
Gekauft habe ich meine Brille bei http://www.my-spexx.de/

Das Thema beschäftigt auch andere Blogger:

http://steffis-welt-der-wunder.blogspot.com/2011/07/misterspex-brillen-online-kaufen.html

http://kathiskreativsammlung.blogspot.com/2011/07/brillen-online-bestellen-mister-spex.html

http://violett-seconds.blogspot.com/2011/05/brillen-online-bestellen.html

http://www.cafeglobal.at/index.php/brille-online-anprobieren-und-bestellen

 

Brauchen wir Schulfotografie?

Vier Jahre Grundschule, vier Jahre lang jedes Jahr das selbe Spiel: Das Kind kommt heim, erzählt, dass morgen der Fotograf komme, es gut frisiert und gekleidet sein müsse. So sicher wie das Amen in der Kirche kommt nach dem Besuch des Schulfotografen eine Mappe mit ein paar Porträts in Sepia, ein paar in Farbe, zwei Bögen mit selbstklebenden Winzlings-Passfotos, ein Klassenbild und eine Rechnung über einen Betrag irgendwo zwischen 16 und 29 Euro. Das Geld sei abgezählt in einem Briefumschlag mit Name und Klasse des Kindes abzuliefern. Dazu der Hinweis, die Bilder müssten nicht gekauft werden (aber gut und richtig sei es doch).

Zugegeben, die Fotos haben mir immer gefallen, das Kind ist aber auch sehr fotogen. Ein wenig geärgert habe ich mich jedes Mal über die Selbstverständlichkeit, mit der der Kauf vorausgesetzt wird. Mit jedem Jahr habe ich das Mäppchen stärker aussortiert, mehr Bilder zurückgehen lassen und mich über die, die ich behalten habe, gefreut. Mein Verhältnis zu Schulfotografie ist gespalten.

Sinn oder Unsinn?

Brauchen wir jedes Jahr neue Fotos? Eigentlich nicht. Ich bin selbst Fotografin, fotografiere mein Kind oft und gern. Andererseits weiß ich selbst, wie gern ich auch nach 30 oder 40 Jahren noch meine Klassenfotos, die Gruppen- und Einzelfotos von der Konfirmation und vom Tanzstunden-Abschlussball (das gab es in meiner Jugend noch) herauskrame. Und wie gern meine Tochter diese alten Bilder betrachtet, nicht ohne die Bemerkung, wie seltsam unsere Kleidung und Frisuren damals aussahen.

Insofern ist meine Einstellung zu Schulfotos gespalten. Damit bin ich offenbar eine Ausnahme, denn eine Untersuchung der TNS Infratest Sozialforschung hat eine überwiegende Zufriedenheit der Eltern mit diesen Bildern festgestellt (http://www.bvds-ev.de/files/Studie.pdf). Aber elf Prozent der Befragten fühlte sich auch unter Kaufzwang gesetzt.

Warum macht die Schule das?

Für die Schule sind die Fotoaktionen Aufwand. Trotzdem machen es fast alle. Denn die Schulen haben etwas davon, werden von den Unternehmen mit Sach- oder Geldleistungen unterstützt. Die wenigsten Eltern wissen davon. Mehrfach diskutiert wurde in den vergangenen Jahren, ob diese Art der Unterstützung etwas mit Vorteilsnahme oder Bestechung zu tun hat, denn der Markt ist hart umkämpft. Schulfotografen, die den Zuschlag an einer Schule bekommen, haben dort das Monopol, und was einmal gut funktioniert, ändern beide Seiten nicht.

Etwas merkwürdig ist es in meinen Augen aber, dass die Schule sich zum Erfüllungsgehilfen der Fotografen macht: Unterrichtszeit wird zur Verfügung gestellt, die Kinder klassenweise vor die Kamera geschickt, das Geld eingesammelt.

Der BGH hat kürzlich einen Freispruch des Landgerichts Hildesheim aufgehoben. In dem Verfahren waren zwei Schulfotografen vom Vorwurf der Bestechung freigesprochen worden. Das sah der BGH anders, nun muss in Hildesheim neu verhandelt werden. Einwand des BGH unter anderem: Es sei nicht von Belang, ob“der Abschluss eines derartigen Vertrages schulverwaltungsrechtlich überhaupt zulässig ist.“ Tatsächlich haben die Kultusverwaltungen der Länder nichts gegen die Schul-Fotografen-Symbiose.

Es gibt eine Alternative

Heutzutage gibt es in jedem Haushalt einen Fotoapparat oder zumindest ein Fotohandy. Sollen die Eltern ihre Kinder doch selbst fotografieren. Und für die Schule gilt – und das deckt sich mit meiner Erfahrung – das Klassenfotos nur dann einen Sinn haben, wenn dazu alle Namen der abgebildeten geliefert werden. Und das kann nur ein Jahrbuch oder etwas ähnliches, in dem Klassenfotos und Namen verzeichnet sind. Am Gymnasium unserer Tochter gibt es so etwas. Das macht mehr Arbeit, bringt aber allen mehr. Dann kann getrost auf die Schulfoto-Mappen verzichtet werden.

Heike von Köln-Format hat mit einem Artikel „Lieber Kindergartenfotograf“ das Thema ganz anders dargestellt – sehr amüsant und lesenswert.

Merken

Tee oder Kaffee?

Kaffee ist der Deutschen liebstes Heißgetränk. Der Verbrauch liegt pro Jahr und Kopf bei 146 Liter oder 6,1 Kilogramm (Quelle: http://www.das-kaffee-lexikon.de). Abgeschlagen ist der Tee dagegen mit 700 Gramm. Die Frage nach Kaffee oder Tee ist aber mehr als nur die nach dem Lieblingsgetränk

Ich bin von Haus aus Teetrinker. Schwarztee mit Zucker und Milch kam in meinem Elternhaus täglich auf den Tisch. Ich mochte und mag ihn bis heute. Kaffee fand ich immer bitter und wenig schmackhaft.

Ich habe begonnen, Kaffee wegen der Wirkung zu trinken. Den passionierten Teetrinker putscht sein Lieblings zugetränk nicht mehr auf. Um den ungeliebten Kaffeegeschmack zu überdecken, habe ich Zucker und Milch hinzu gegeben. Kaffee schwarz war und ist mir ein Gräuel. Irgendwann habe ich wegen der Kalorien den Zucker weggelassen, auf Milch könnte ich nie verzichten. Im Laufe der Jahre ist der Kaffee in meiner Wertschätzung aber immer weiter gestiegen, und heute trinke ich ihn etwa fünf Mal so oft wie Tee. Daran haben die vielen neuen Kaffeesorten und -zubereitungsarten einen nicht unerheblichen Anteil.

Ich habe aber auch geschmeckt, dass Kaffee, wie er in Deutschland angeboten wird, nur das halbe Aroma bietet. Wie gut Kaffee schmecken kann, habe ich auf Bali erlebt, wo die Bohnen in zwei Stunden mit einer von Hand gedrehten Trommel geröstet werden, oder in Costa Rica, wo Kaffee-Zubereitung ein Lehrberuf ist und ein Kaffee-Sommelier zu hohen Ehren gelangt.

Seit ich so viel Kaffee trinke, ist Tee ist für mich etwas besonderes geworden. Mit Tee verbinde ich Lebensart, ich trinke ihn, wenn ich Zeit habe, das Teetrinken zu zelebrieren. Tee muss für mich frisch zubereitet sein, möglichst mit locker treibenden Teeblättern, zur Not auch mit Beuteln, aber das ist nur der halbe Genuss. Tee will in netter Umgebung genossen werden, am liebsten Zuhause, und mit viel Zeit. Er ist nun mal die leckerere Variante aller Heißgetränke. Am liebsten Schwarztee in Reinform, gern auch als Earl Grey mit Bergamotte, mal in der zarten Variante des Darjeeling oder in der kräftigen des Ostfriesentees. Nur mit grünem Tee konnte ich mich nie anfreunden. Meinen größten Teegenuss erlebte ich in Pakistan, wo kräftiger Tee mit Zucker zehn Minuten in einem Kessel über offenem Feuer in Milch gekocht, dann abgeseiht und serviert wird. So etwas Gutes habe ich nie wieder zu trinken bekommen.

Tee oder Kaffee? Die Antwort hat für mich nichts mit dem Getränk, sondern etwas mit der Situation zu tun. Am Morgen, im Büro, bei Konferenzen und Gesprächen muss es Kaffee sein. Daheim gibt es nur eine Antwort: Tee.

 http://www.tee-kompendium.de/index.html

http://www.teeverband.de/frames.html

Biopreis auf Rekordniveau

Benzin wird teurer, wenn der Ölpreis steigt. Biodiesel wird teurer, wenn der Biopreis steigt?

Könnte man denken, wobei Bio für das biologisch erzeugte Grundprodukt steht. Nur: Der Preis für Raps schwankt zwar, aber lange nicht so sehr und lange nicht so nachhaltig nur nach oben wie der Mineralölpreis.

Und doch: Der Sprit aus der Erde zieht den Preis für den Sprit vom Acker mit nach oben. Steigt der Benzinpreis um zehn Cent, geht auch der Preis für Biodiesel um etwa die gleiche Summe nach oben. Und niemand kann erklären, warum. Oder? Weiß jemand die Antwort?

Fragende Biodiesel-Fahrer werden gern damit abgespeist, dass die Erzeugung von Biodiesel Energie kostet und mit steigenden Energiepreisen auch der Biodiesel-Preis nach oben gehe. Das kann ich kaum glauben. Tatsache aber ist: Biodiesel kostet heute so viel wie Superbenzin noch vor ein paar Monaten. Gerade erst ist der Preis pro Liter auf 1,37 Euro, kurz darauf auf 1,39 Euro gestiegen und geht manchmal sogar über 1,40 Euro. Immer noch günstig gegenüber dem Erdöl-Sprit, aber für diesen Super-Preis hätte ich mir  vor Monaten noch eine andere Tankstelle gesucht.