Daumen hoch – was mir gefällt

Gezieret, schimpfieret und gehenket

Heute ist Karfreitag, der höchste Feiertag der Christen. Das Wort leitet sich von „Kara“ ab, dem mittelhochdeutschen Wort für Klage oder Kummer. Der Kreuzestod Christi hat die Menschen über Jahrhunderte tief berührt und die Komponisten, allen voran Johann Sebastian Bach, zu innigen Chorälen motiviert. Musik, die ins Herz trifft. Aber es lohnt sich auch, die Texte näher zu betrachten. Auch wenn sie nicht mehr dem heutigen Sprachgebrauch entsprechen und teilweise gar grammatikalisch falsch klingen, sind sie von seltener Wucht und Ausdruckskraft.
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Die Statistik lügt

Ich steuere die 1000 an. Oder die 4000. Oder die 35 000. Oder die 42 000. Ach, denkt Euch doch, was wir wollt. Jedenfalls wird dieses Blog von Leuten angeklickt, und zwar von mehr als einem. Mehr verraten die Statistiktools aber irgendwie auch nicht. Jedes präsentiert mir eine andere Zahl, wie viele Leser dieses Blog besucht haben und wie viele Seiten sie gelesen oder überflogen oder gleich wieder weggeklickt haben.
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Mehr fotografieren als die Polizei erlaubt

Nur eine Übung: Kein Journalist würde einen schwer Verletzten so fotografieren, hier ist es ein Dummy

Meistens geht es problemlos vonstatten, wenn Pressefotografen Einsätze der Polizei fotografieren. In den seltensten Fällen verwahren sich die Beamten dagegen, mit aufs Bild zu geraten. Schließlich sind sie im Einsatz und mit ihrer Uniform eindeutig als  Einsatzkräfte zu erkennen. Doch mitunter haben Journalisten auch Schwierigkeiten, wenn sie Polizisten im Dienst fotografieren.
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Die Kunst des Gruppenfotos

Reportagen und Reportagefotos sind Kuchen, Pressekonferenzen sind Schwarzbrot für jeden Journalisten. Und irgendwann, wenn alle wichtigen Leute erzählt haben, was sie erzählen wollen, kommt unweigerlich der Moment: aufstellen zum Gruppenfoto. Erfahrene Pressekonferenz-Gastgeber gruppieren sich schon mal von selbst, andere muss der knipsende Lokalredakteur oder der Fotograf erst arrangieren. Aber wie und wo und was dann?
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Kleiner Crash-Kursus für Zeitungspraktikanten

Seit 30 Jahren habe ich in wechselnden Redaktionen mit Praktikanten zu tun. Einer von zehn ist richtig gut, das Arbeiten mit ihm oder ihr macht Spaß. Doch die meisten sind Schülerpraktikanten und zu jung und zu unerfahren oder – auch das gibt es – uninteressiert. Aber egal wer da kommt, alle brauchen eine kurze Einführung ins Zeitungsdeutsch und unsere hausinternen Regeln. Und deshalb kommt hier der kleine Leitfaden für Redaktionspraktikanten und für alle, die als Vereinsschriftwart oder Pressesprecher Mitteilungen schicken.
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HDR – zu viel Zucker für die Augen?

Marienkirche Ahrensbök
Marienkirche Ahrensbök

HDR-Fotografie soll die Mängel normaler Fotos bei starken Lichtunterschieden ausgleichen und brillante Fotos zustande bringen. Details, Kontrast, Farbtiefe – das alles kitzelt die HDR-Technik aus sonst vielleicht eher flauen Fotos heraus. Ein schönes Instrument, um die Bildausbeute besser und ansehnlicher zu machen. Und obendrein ein wunderbares Spielzeug. Aber wie soll das optimale HDR-Foto aussehen?
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Brutale und unbrutale Morde

Es gibt Wörter, die sind offenbar auf ewig miteinander verbunden, so unvermeidlich kommen sie im Doppelpack daher. Man denke nur an den so oft zitierten wohlverdienten Ruhestand. Ich warte seit Jahren vergeblich darauf, dass irgendjemand einmal ganz ehrlich von einem unverdienten Ruhestand spricht. Da werde ich wohl noch lange warten müssen. Ein anderes Wortpaar ist der brutale Mord oder auch, als Verb formuliert, die Aussage, dass jemand brutal ermordet wurde. Aber gibt es auch unbrutale Morde?
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Frauenquote nein danke!

Der Kalauer ist alt, aber deshalb nicht weniger wahr: „Minderheiten wie Ausländer, Aussiedler, Behinderte und Frauen haben, dürfen, sollen . . .“ Obwohl der Anteil der Frauen an der deutschen Bevölkerung bei 51 Prozent liegt, werden sie häufig als unterrepräsentierte Randgruppe gesehen, für die besondere Vorkehrungen getroffen werden müssen: Frauenparkplätze, Frauenförderung, Frauentag (gerade gewesen) und nun auch noch die Frauenquote für große Unternehmen. Schluss damit. Ich will einfach sein, was ich bin. Ein Mensch.
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Aus dem Pixel-Notizbuch: japanische Zierkirschen

Ich habe heute das Hintergrundbild auf meinem Arbeitsrechner geändert: Es wird höchste Zeit für ein bisschen Frühling. Zwar fegt draußen noch ein mehr als frischer Wind übers Land, aber bei viel Sonne und ein paar vorwitzigen Frühblühern fühlte es sich zumindest schon nach Vorfrühling an. Da war die Sehnsucht nach echter Blütenpracht groß. Und so habe ich ein Foto hervorgekramt, das ich im vergangenen Jahr gemacht habe. Unterwegs auf einer Landstraße in Holstein, sah ich aus dem Augenwinkel beim Vorbeifahren eine wunderbare Allee  aus japanischen Zierkirschen. Also umgedreht, gestoppt und schnell über den Zaun fotografiert. Herausgekommen ist eines meiner Lieblingsbilder. Und das gibt es heute für alle Frühlingssehnsüchtigen.

Japanische Zierkirsche
Japanische Zierkirsche

Das Rätsel E-Mail

Jeden Tag kommen an die 70 bis 80 Mails ins Redaktionspostfach geflattert. Die wollen schnell und effektiv bearbeitet werden: Was kann unbesehen in den Papierkorb – das ist eine ganze Menge -, was muss als Termin eingetragen werden, was sind Mitteilungen, die veröffentlicht werden sollen? Da ist es hilfreich, wenn schon aus dem Betreff und spätestens im Anschreiben ersichtlich ist, um was es geht und zu welchem Ort die Mitteilung gehört. Das aber ist nur in etwa der Hälfte der Fälle so. Ich habe mal die Mails einer Woche durchgeguckt und die rätselhaftesten heraus gesucht.
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