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Digital, digitaler, am digitalsten

Kennen Sie noch die Werbung „wäscht weißer als weiß“? Was haben wir damals gelacht – weißer als weiß, das gibt’s doch gar nicht! Heutzutage würde das kaum mehr auffallen, da man ja so gut wie alles steigern kann: Diese Disko ist am angesagtesten, diese Musik ist hipper als jene, und welche Stadt ist am digitalsten? Antwort: Kiel. Ja, so stand es in den Kieler Nachrichten: „Kiel ist eine der digitalsten Städte Deutschlands“. Bleibt zu hoffen, dass bald auch das Kieler Umland breitbandiger wird. Oder müsste es breiterbandig heißen?

Zeitung prägt nun mal Sprache. Ätsch, ich bin digitaler als du! So darf man jetzt reden, wenn man sehr viel Computerkram mit sich herumschleppt. Ich selbst hingegen bin, insofern ich noch eine Kamera mit Rollfilm verwende, analoger als so manch anderer, zum Glück aber nicht analoger als Analogkäse. Der ist nämlich am analogsten, nicht wahr? Und dass diese Glosse am supersten ist, beweist sich daran, dass man sie nicht mehr weiter steigern kann.

Tonio am Kellersten

(Gastglosse von meinem geschätzten Kollegen Tonio Keller)

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Blähdeutsch zur Bedenkung gegeben

Ich muss hier mal wieder lästern. Über schlechtes Deutsch. Mich ärgert kaum etwas mehr als ungeschliffene, gedankenlose oder schlampige Sprache. Besonders ärgerlich finde ich es, wenn einfache Begriffe aufgebläht und schlichte Sätze ausufernd formuliert werden. Der von mir sehr verehrte Sprachpapst Wolf Schneider hat dafür den Begriff des modischen Blähwortes geprägt. Kräftig aufgebläht werden aber auch Sätze, vor allem von der öffentlichen Verwaltung. Beispiele gefällig? Hier kommt ein kurzer Exkurs durch das tägliche Bläh-Bläh-Bläh.
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Eine „dringende“ Bitte: Weg mit Ironie-Tüddelchen

Wer viel liest, kennt sie, die Stolpersteine in Texten. Ich habe mich hier schon hinreichend über Deppenzeichen ausgelassen, die den Lesefluss stören und mich mitunter zur Weißglut treiben. Aber es gibt noch ein Zeichen, das mich ärgert: die Ironie-Tüddelchen. Mancher Text strotzt förmlich davon, so dass mir das Lesen gar keinen Spaß mehr macht.
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Gendersprache in Kurzform: die LuL und SuS

Ich hab’s ja nicht so mit der geschlechterneutralen Sprache. Das mag daran liegen, dass Zeitungen das weitgehend nicht mitmachen (den Begriff  „diesen Quatsch“ habe ich mir hier verkniffen) und dass ich die Konstruktionen mit was auch immer nicht mag. Ob Binnen-I, Gender_Gap oder Doppelform, innerlich stocke ich beim Lesen von Texten an diesen Stellen  immer, und das nervt einfach. Dass auch andere ihre Probleme mit der verordneten geschlechtergerechten Sprache haben, hat mir eine Mail von einem Lehrer eindrucksvoll vermittelt.
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Polizeireportage anno 1881: ruchlos und unerwachsen

Ich bin seit mehr als 20 Jahren mit kurzen Unterbrechungen als Polizeireporterin unterwegs, um Unfälle, Brände und Bluttaten zu dokumentieren. Offenbar kein neuer Job, denn mein Polizeisprecher der Herzen ist bei seiner Ahnenforschung auf eine Polizeireportage aus dem Jahr 1881 gestoßen. Mein Kollege von damals hat natürlich noch eine ganz andere Sprache geschrieben als wir es heute tun. Deshalb kommt jetzt hier die traurige Geschichte der Witwe M., einmal im Original und einmal in der von mir übersetzen Form, wie sie heute in unseren Zeitungen erscheinen würde.
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Landwirtschaft – Anbaugebiet für besondere Wörter

Das Bild vom idyllischen Bauernhof mit frei herumlaufenden Hühnern, freundlichen Kühen und sich suhlenden Schweinen gibt es nur noch in der Werbung. Landwirtschaft ist ein hochprofessionelles Geschäft. Als Unternehmer sind Bauern heutzutage eine umworbene Zielgruppe für berufsspezifische Werbung. Dabei entpuppt sich die Landwirtschaft als Anbaugebiet für skurrile Wortschöpfungen. Ich finde sie immer in den Werbebeilagen des Bauernblattes Schleswig-Holstein, bei dem ein ehemaliger Kollege von mir arbeitet.

Kuh-Casting: Auf das Euter kommt es an.
Kuh-Casting: Auf das Euter kommt es an.

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Schreiben als Beruf – ein umfassender Ratgeber

Mit Fotos ist es wie mit Texten: Seitdem es das Internet gibt, sind beide aus dem stillen Kämmerlein herausgetreten in die Öffentlichkeit. Hobbyschreiber und Hobbyfotografen stellen ihre teilweise sehr hochwertigen Arbeiten übers Netz nicht nur in die Öffentlichkeit, sie streben mehr denn je danach, aus ihrem Hobby einen Beruf zu machen. Über das Schreiben als Beruf mit Schwerpunkt auf online haben Susanne Diehm und Michael Firnkes jetzt ein Buch veröffentlicht: „Die Macht der Worte“.

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