Unnützes Wissen: Eiskalte Katze im Hals

Wir sind mit Wissen vollgestopft. Da ist das wertvolle und hilfreiche Wissen. Wir kennen die Verkehrsregeln, haben die Notrufnummer 112 im Kopf, wissen unseren Heimweg auswendig und haben verinnerlicht, dass ein weichgekochtes Ei etwa drei Minuten braucht. Aber es gibt auch viel Wissen, was nichts nützt.
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Bachkantate: Darf man den Text verbessern?

Heute ist Sonntag, heute war Gottesdienst, Kantatengottesdienst. Mein St.-Johannes-Chor hatte bei einer Bachkantate auch ein bisschen was zu singen. Nein, mir war ganz und gar nicht langweilig. Dennoch sind mir im Gottesdienst ein paar Gedanken durch den Kopf gegangen. Überlegungen, wie man mit Text umspringen, wie viel Wahnsinn im Bemühen um gerechte Sprache stecken kann und dass Bach ein Realist war.

J.S. Bach: Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt, BWV 18

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Fru Öttenpötter vertellt: Still ruht der Acker

Acker und Knicks im Schnee

Die Bauern entschuldigen sich dafür, dass sie arbeiten und damit vielleicht die Ruhe der Anwohner stören. Was für ein Irrsinn. Monatelang konnten die schweren Maschinen nicht auf den Acker, weil es zu nass war. Jetzt, nach tagelangem Frost, fangen die Landwirte schon früh, manchmal in der Nacht, an und bitten dafür um Verzeihung.
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Aufgeblähter Radweg

Es gibt kaum ein Wort in der deutschen Sprache, das sich nicht noch aufblähen lässt. Diese Aufgabe widmen sich besonders gern Verwaltungen. Mein jüngster Bläh-Fund: Der Radfahrweg.

Bisher hießen die Asphaltstreifen neben der Straße schlicht Radweg. So werden sie auch in der gesprochenen Sprache genannt. Just ist mir jedoch der Begriff Radfahrweg untergekommen. Natürlich wird auf dem Radweg gefahren, deshalb darf man ihn auch Radfahrweg nennen. So ganz korrekt ist das allerdings nicht.

Ganz ehrlich: Ich hoffe, der Radweg leistet Widerstand und bleibt sprachlich das, was er ist. Eine knackige, kurze Bezeichnung für – einen Radweg.

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Nicht E und nicht U: Der neue Kulturblick (#kultblick) im Feuilleton

Aufführung der Oper Aida auf der Eutiner Freilichtbühne

Kultur kommt von Kultura und das heißt übersetzt Bearbeitung, Pflege oder Ackerbau. So sagt es die Wikipedia. Heißt im weitesten Sinn: Alles, was der Mensch selbst hervorgebracht hat, im Gegensatz zur nicht veränderbaren Natur. Nun wissen wir längst, dass Gewalt, Krieg und Unterdrückung vom Menschen hervorgebracht werden, aber alles andere als Kultur sind, höchstens Unkultur. Auch wissen wir, dass Natur nicht vom Menschen unveränderbar ist. Was ist also heutzutage Kultur und wie ist unser Blick darauf. „Mein Kulturblick“ heißt die #kultblick-Blockparade des Archäologischen Museums Hamburg. Dafür blicke ich mal auf die Kultur, speziell auf die in der Zeitung.
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Bedrohte Wörter: Es lebe der Mumpitz

Als Wortjägerin schlage ich mich allzu oft mit den neuen Schwurbelwörtern der heutigen Zeit herum. Dabei gibt es so viele schöne alte Wörter, die vom Aussterben bedroht sind. Ein Streifzug zwischen Schwurbeldeutsch und Wort-Edelsteinen.
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Der rätselhafte Barterlass

Mitunter begegnen einem seltsame Begriffe, die sich nicht auf den ersten Blick zuordnen lassen. Da hätten wir zum Beispiel den Barterlass. Den gibt es zwar nicht mehr, interessant ist er aber dennoch. Denn es lässt sich trefflich darüber philosophieren, was das sein soll.
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