Der eilige Weihnachtsmarkt

Heute ist Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt. Der letzte Sonntag im Kirchenjahr und ein sogenannter stiller Sonntag. Still? Wer sich überall im Land umschaut, findet kaum Stille, sondern Weihnachtsmärkte und Basare. Die Veranstalter können den ersten Advent nicht abwarten. Sie machen einfach den Totensonntag zum ersten Sonntag der Adventszeit. Eine Unsitte.

Weihnachtsmarkt - einen Sonntag zu früh.
Weihnachtsmarkt – einen Sonntag zu früh.

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Die Tiefen des Blogs heben

Bloggen macht Spaß. Zugegeben, nicht immer fällt mir ein Thema ein, über das es sich zu schreiben lohnt, und dann wieder sprudeln die Ideen nur so aus meinem Kopf. Insgesamt gesehen macht es aber viel Spaß, mich hier auszubreiten. Meine Gedanken, meine Ideen, meine Erlebnisse, was ich so alles im Netz gefunden habe, die Musik, die ich mag. Einfach alles, was mich bewegt. Deshalb ist und bleibt das hier auch ein Feld-Wald-und-Wiesen-Blog. Alles gut also? Nicht ganz. Mir ist dieses Blog schlicht zu tief.
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Gutes wollen und das Gegenteil erreichen

Es gibt so viele Dinge in unserer Gesellschaft, für die es sich lohnt zu kämpfen. Gleichberechtigung von Frau und Mann, natürlich. Gegen Nazis, gegen Rassismus, gegen Klassismus (gerade gelernt: Diskriminierung wegen der sozialen Schicht/Klasse), für Tierschutz, für die Umwelt. Alles wichtige Anliegen, für es sich lohnt, sich einzusetzen. Was mich aber traurig macht und bestürzt: Viele, die für eine dieser guten Sachen kämpfen, schaden ihr mehr als dass sie ihr nützen.
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Wie schöpferisch ist ein Unfallfoto?

Ein Mann stirbt öffentlich. Peter Fechter verblutet vor den Augen entsetzter Zuschauer an seinen Schussverletzungen. Ein Kameramann hält das Geschehen fest. Daran entzündet sich nun, 52 Jahre nach Fechters Tod an der Berliner Mauer, ein juristischer Streit. Hat der Film vom Sterben des Peter Fechter eine Schöpfungshöhe? Über die Entscheidung der Richter berichtet die Seite rechtambild.de in diesem Beitrag. Für mich wirft dieser Fall die Frage auf, welche Schöpfungshöhe Fotos von Ereignisse haben, auf die derjenige, der sie im Bild festhält, keinen Einfluss hat. Eine Situation, die mir – natürlich längst nicht so dramatisch und historisch bedeutsam wie Peter Fechters Sterben – oft im Alltag begegnet. Wie schöpferisch sind Fotos und Videos von Vorgängen, die schlicht abgebildet, aber nicht arrangiert werden?
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Ist der Hexenschuss noch politisch korrekt?

Ich lese viel und ich lese auch Blogs und Artikel, die nicht aus meinem Dunstkreis kommen. Dazu gehören Texte der sogenannten Radikalfeministinnen. Denen muss ich mal ein Kompliment machen: Ihr wendet mein Denken. Dabei will ich das gar nicht. Bewusst gemacht haben mir das meine Rückenschmerzen.
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Roma-Musik bei Gräfin Mariza

Ich habe nichts gegen Paprikasoße und Paprikaschnitzel. Die müssen für mich nicht Zigeunerschnitzel und Zigeunersoße heißen, um zu schmecken. Ich kann zwar nicht ganz nachvollziehen, warum Sinti und Roma diese Umbenennung fordern, doch ich will diesem Wunsch gern folgen. Aber wie weit soll dessen Erfüllung gehen? Eine Frage, die sich nach dem N….-König aus Pipi Langstrumpf nun auch in der Musik auftut.
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Hochwasser: Warum Reporter keine Sandsäcke schleppen

Süd- und Ostdeutschland saufen ab. Die Nachrichten, Bilder, Tweets über das Hochwasser sind heute allgegenwärtig. Journalisten berichten auf allen Kanälen darüber, wie dramatisch die Situation ist, dass Helfer gesucht werden, welche Nummer Bürgertelefone haben und wer alles mithilft. Das ist ihr Job, das können sie, das machen sie, oft rund um die Uhr. Was sie nicht machen: Sandsäcke füllen, Häuser evakuieren oder Keller leer pumpen. Und das ist auch gut so.
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Massenkarambolage: Ein harter Tag für Fotoreporter

Schwerer Weg zum schweren Unfall: Wer als Fotograf hier steht, hat es geschafft.
Schwerer Weg zum schweren Unfall: Wer als Fotograf hier steht, hat den Hinweg geschafft.

Es gibt noch keine Bilder. Auch fast zwei Stunden nach der Massenkarambolage auf der A45 bei Münzenberg ist kaum mehr im Redaktionsticker zu sehen als eine Zusammenfassung der Geschehnisse und eine Grafik, die die Lage des Unfallortes zeigt. Wo sonst schon wenige Minuten nach einem Ereignis, das große Schlagzeilen macht, Fotos zur Verfügung stehen, ist diesmal nichts. Und doch werde ich nicht ungeduldig. Ich habe sogar Verständnis dafür. Viel Verständnis sogar. Das waren meine Gedanken am Dienstagnachmittag, als ich nach den ersten Fotos von der Massenkarambolage in Hessen suchte. Und so ging es weiter:
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Pferde auf den Teller, aber nicht auf die Steuererklärung

Ich bin von Kindheitsbeinen an ein Pferdefan. Wir hatten Pferde zu Hause, ich habe laufen und reiten fast gleichzeitig gelernt und ich  bis heute eine große Liebe zu diesen Tieren und zum Reiten. Und trotzdem esse ichPferdefleisch. Sogar gerne. Die Aufregung um das Pferdefleisch in der Lasagne kann ich zwar verstehen, weil niemand etwas untergeschoben bekommen möchte, was er nicht weiß oder nicht will. Aber grundsätzlich finde ich nicht, dass man Pferdefleisch nicht essen kann. Was ich aber überhaupt nicht gutheißen kann, sind die Bestrebungen, eine Pferdesteuer einzuführen. Hat nichts miteinander zu tun, ich weiß, außer, dass es um Pferde geht.
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Feuerwehr und Presse: Leitlinien vom grünen Tisch

Weil die Polizei den Zugang gesperrt hat: Einsatzfoto aus der Ferne.

„Ach, da kommen wieder die Geier.“ Manchmal werde ich so begrüßt, wenn ich zur Arbeit komme. Genauer: Zum Ort von Katastrophen und Tragödien. Es ist mein Job ab Journalistin, Bericht zu erstatten über Feuer, Hochwasser, Unglücksfälle, Mord und Totschlag. Und das wird zunehmend schwieriger. Einst kein Problem, beschäftigt mich das Verhältnis von Presse und Feuerwehr beziehungsweise Presse zu BOS (Behörden der Ordnung und Sicherheit) zunehmend. Nun nimmt der Deutsche Journalistenverband (DJV) einen Anlauf, mir das Leben an den Einsatzorten ein bisschen zu erleichtern. Ich fürchte nur, der Effekt wird nicht besonders groß sein.
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