Daumen runter – was mir missfällt

Polizeideutsch: Die Polizeiperson befuhr die Straßenkrümme

Polizeideutsch – eine besondere Spielart der Sprache

Das schönste Beispiel von Polizeideutsch ist nicht aus unserer Region, ich habe es hier noch nie gehört. Aber ich will es niemandem vorenthalten: Straßenkrümme = Kurve. Ich weiß nicht, wer so redet, aber ich weiß aus meiner täglichen Arbeit, dass Pressemeldungen der Polizei nur so von teilweise abstrusen Begriffen strotzen. Deshalb habe ich die schönsten und häufigsten Begriffe aufgeschrieben.
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Stromverbrauch: Von der Gans auf die Spitze getrieben

Jetzt rotiert wieder der Stromzähler im Keller. Denn es ist der Tag der Gänsebratenspitze. Keine Idee, was das ist? Gans, Verzeihung, ganz einfach: Heute zwischen 10 Uhr und 12.30 Uhr schnellt der Stromverbrauch in Deutschland nach oben, weil traditionell am 1. Weihnachtsfeiertag die Gans oder sonst ein großer Braten in den Ofen geschoben wird.
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In der Steinzeit der Zeitungsfotografie

Vor einiger Zeit habe ich hier einen kleinen Blick zurück geworfen auf die Fernübertragung von Zeitungstexten im Zeitalter vor Mail und Internet. Ähnlich abenteuerlich mutet heute der Rückblick auf die aktuelle Zeitungsfotografie im vordigitalen Zeitalter an. Da gibt es allerlei nette Histörchen, über die sich heute trefflich schmunzeln lässt. Zurück haben möchte ich diese Zeiten dennoch nicht.
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Rote Karte für Pausenhof-Mobbing

Die Mail ist da: SchülerVZ wirbt bei meiner Tochter für das neue VZ-Pausenhof. Die Einladung ist so formuliert, dass Kinder ihr kaum widerstehen können: „S., jetzt abstimmen: Wer ist Top, wer ist Flop?“ Anmoderiert ist die Mail obendrein mit bonbonrosa Bildchen und Buchstaben und der Aufforderung: Bewerte Deine Freunde. Beworben wird das Ganze als neues Rezept gegen Langeweile. Wie bitte?
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Das gekürzte Jahr

Wir schreiben den 4. Dezember, es ist der zweite Advent. Heute Abend sendet RTL seinen großen Jahresrückblick unter dem Titel „2011! Menschen, Bilder, Emotionen“. Heute? Ja, heute. Irgendwie ist das TV-Jahre ein bisschen durcheinander gekommen. So wie der Jahreslauf überhaupt.
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Der Feed und die VG Wort

Ich blogge zum Spaß, nicht zum Geldverdienen. Dafür habe ich einen Brotjob, der für mich ein Kuchenjob ist, so viel Spaß macht er. Aber ein bisschen will ich vom Bloggen auch profitieren, und deshalb baue ich in meine Text ein Zählpixel von der VG Wort ein. Das hat aber Auswirkungen auf den Feed.
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In Vino Wichtigkeit

Schmeckt – schmeckt nicht! Weiter wage ich mich nicht vor auf dem Gebiet der Weinbeurteilung. Dafür fehlen mir einfach die feine Zunge und die sensible Nase. Und dieses gurgelnde Schlürfen gelingt mir auch nicht, ohne daß ich Gefahr liefe, daß mir der edle Tropfen aus dem Mundwinkel perlt. Auf einem ganz anderen Gebiet der Vinologie – ich weiß, so heißt das nicht, klingt aber schön – könnte ich schon mitreden. Beim ach so wichtigen Räsonieren über Wein.
Wie amüsant war es doch kürzlich, einem selbsternannten Experten zuzuhören. Ein Weißwein, sinnierte er über selbigen gebeugt, könne nach Katzenklo riechen. Naja, erstens stinken Katzenklos und zweitens riecht nicht das Katzenklo, sondern das Katzenpipi. Nach Ammoniak. Genauso, sagte der Fachmann, könne ein Weißwein halt riechen. Der Laie wundert sich. Und so ging es lustig weiter mit den Weingerüchen. Was der Mann da nicht alles erschnupperte und erschmeckte! Stehenden Zigarettenrauch, harzige Unterlegung, vibrierende stoffige Süße, Lakritz, Brombeer. Ich dagegen, warf ich kurz ein, bevorzuge die Lage Bahndamm-Südseite mit einem Bukett vom schwitzenden Schaf, gewürzt mit dicht verwobenen Gerbstoffen und einem leicht scharfen Abgang von einem Wein, der zwar noch jung ist, aber seine stürmischen Unarten längst abgelegt hat. Den Schock darüber mußte der Experte daraufhin erst einmal in einem Glas Wein ertränken.

Totensonntag versus Ewigkeitssonntag

Ein echter Totensonntag ist das heute: neblig, kalt, bedrückend. In den Kirchen werden die Namen der Toten des vergangenen Jahres abgekündigt, und für viele Menschen ist es ein Tag des Innehaltens. Andere, die noch keinen Todesfall in der Familie zu beklagen hatten, genießen einfach nur einen faulen Sonntag. Aber wie heißt der denn jetzt. Totensonntag? Ewigkeitssonntag? Manche nennen ihn auch Sparflammentag, weil die Welt ein wenig den Atem anhält.
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