Daumen runter – was mir missfällt

Internetsucht oder wie Millionen Deutsche krank geredet werden

Gehen wir doch mal auf die Suche nach Süchten. Gestern geisterte die Schlagzeile durch den Blätterwald, mehr als eine halbe Million Deutsche seien süchtig nach dem Internet. Ich stelle mir das so vor, dass diese Menschen jenseits von Tastatur und Bildschirm oder Androidhandy Schweißausbrüche bekommen, unter Übelkeit leiden und ganz hibbelig werden. Bis sie endlich wieder – ja, was denn? Im Netz lesen dürfen. Oder spielen. Oder chatten.
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Katzentod auf der Straße

Sie kam als kleine Katze zu uns, als Ersatz für eine geliebte andere, die den Tod auf der Straße fand. Und nun ist auch unsere Nanni ist tot. Gestorben in der Nacht unter den Reifen eines Autos. Wir haben sie heute morgen gefunden und begraben.

Katzen sind keine Hunde. Sie sind unabhängig, freiheitsliebend, und wir wollen unsere nicht einsperren. Haben sie doch so viel Platz ums Haus, dass sie sich draußen richtig austoben können. Doch vor dem Haus verläuft eine Straße. Nicht viel befahren, aber doch gefährlich für Katzen. Und so kam es, wie es kommen musste. Einer unserer drei Stubentiger kam heute nicht nach Hause.
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Dann tu’s doch

Nein, ich will mich nicht einreihen in die Jammerer über das Denglishe, das unsere Sprache verhunzt. Denn es geht noch schlimmer.

Jüngstens Beispiel, das mir jetzt unterkommen ist: der „Tu’s Day“ der Initiative „Mehr wissen, mehr tun“. Anlass ist die Aktionswoche der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, und Klassen und Arbeitsgemeinschaften werden aufgefordert, originelle Ideen für eine Tag zu entwickeln und umzusetzen. Und dann kommt noch so ein Wortungetüm. Vorgeschlagen wird etwa ein „Off-Knopf-Tag“. Vermutlich ein Tag, an dem der Off-Knopf elektrischer oder elektronischer Geräte gedrückt wird. Wobei es doch logischer wäre, sie gar nicht erst „on“ zu schalten, dann braucht’s auch keinen Off-Knopf.

Auf der Hompage der Aktion geht es dann lustig weiter mit den Sprachmarotten. „BesserWisser“, „AufGefallen“ und „Labelpark“ heißen die Unterkategorien. Schlimm genug, dass hier die schrecklichen Binnenmajuskeln verwendet werden, bei „AufGefallen“ schmerzen sie obendrein besonders, weil hier der Großbuchstabe im Wort völlig unvermittelt und sinnlos daherkommt.

Der „Tu’s Day“ richtet sich an Schüler, ebenso wie die Homepage. Da frage ich mich: Wäre es nicht gerade bei denen, die Tag für Tag in der Schule schwitzen, um gutes Deutsch zu lernen, besonders wichtig, ihnen ein gutes Vorbild zu sein? Die Idee soll doch überzeugen, nicht der Sprachfirlefanz, mit dem sie offenbar an die Jugendlichen gebracht werden soll. Wenn schon tun – was sowieso kein schönes Verb ist – dann doch bitte am „Tu’s Tag“, das hat wenigstens noch Sprachmelodie.

Die Initiative „Mehr wissen, mehr tun“:

http://www.mehr-wissen-mehr-tun.de/index.php?id=home

Daniel Grosse über „Die BinnenMajuskel – SchreibUngetüm aus der MarketingAbteilung“:

http://www.goethe.de/ges/spa/siw/de4465280.htm

Eine satirische Verteidigung der Binnen(M)majuskel:

http://www.phase-5.net/am-rande-der-philosophie/ueber-binnenmajuskel-und-kamelhoecker/

 

Feng hui

In meinem Besitz befindet sich ein edles Tässchen. Es ist aus feinstem Porzellan, dick mit Gold belegt und, ebenfalls in Gold, mit Namen und Geburtsdatum meines Urgroßvaters beschriftet. Das ist ein böses Tässchen, habe ich jetzt erfahren. Es fesselt meine Gedanken und Gefühle in der Vergangenheit, lässt mich im Anno dunnemals verhaftet sein und ermöglicht es mir nicht, in die Zukunft zu denken und mich Neuem zu öffnen. Damit bin ich zur Erfolgs- und Glücklosigkeit verdammt.

Also weg mit dem Tässchen in den Müll! Ist doch sowieso nur sentimentaler Schrott. Sich beherzt von „ererbtem Krempel“ zu befreien, empfiehlt ein Feng-Shui-Ratgeber, der mir jüngst in die Hände fiel. Ist die Wohnung wieder hui statt pfui, sind auch die Energien frei, die uns angeblich glücklich machen.

Seitdem ich den Ratgeber gelesen habe, fühle ich mich ganz, ganz schlecht. Etwa wenn ich meine Grünlilie sehe mit ihren herabhängenden Ablegern. Die ziehen mich ’runter, sagt der Ratgeber, und seit ich es weiß, fühle ich mich so niedergeschlagen. Dann der ganze Nippes, der so schrecklich allein ist. Er beschert meinem Leben Einsamkeit. Erst paarweise auftretende Ziergegenstände, will mir der Ratgeber weismachen, powern die Energie in meiner Wohnung so auf, dass ich eine glückliche Partnerschaft erreichen kann. Woher sollen der eine Kerzenleuchter, die eine Maske aus Afrika und das eine Bild des befreundeten Malers auch wissen, dass ich überhaupt nicht einsam bin und längst einen Partner habe? Vielleicht sollte sich der so genannte Krempel mal meinem Energiefeld anpassen und nicht umgekehrt.

Das goldene Tässchen bleibt also, wo es ist. Auch wenn mein Urgroßvater laut Feng-Shui-Ratgeber schon in der geistigen Welt ist, in der es keine Anhaftungen an das Materielle gibt. Ich werde das edle Stück weiter in Ehren halten. Mein Energiefluss wird’s verschmerzen, wenn er im Geschirrschrank mal eine Kurve nehmen muss.

Man breitet sich aus

Stehen wir alle neben uns? Wie sonst ist es zu erklären, dass seit einigen Jahren eine sprachliche Marotte um sich greift. „Man“ statt „ich“ oder „wir“.

Gerade heute morgen hat es Lasse Becker, Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen, im Morgenmagazin vorgemacht. „Man“ müsse jetzt handeln, „man“ müsse politisch so agieren, dass es bei den Menschen spürbar sei, „man“ müsse jetzt die . . . und so weiter und so fort. Warum sagt er nicht, dass die FDP all das tun muss?

Lasse Becker steht damit nicht alleine da. Wer genau hinhört, wird im Freundes- und Bekanntenkreis, in Politikerreden, ja, sogar in Pressemeldungen und Leserbriefen, in O-Tönen im Fernsehen und bei Umfragen immer dieses „man“ statt „ich“ oder „wir“ finden. Wo es herkommt? Ich weiß es nicht, kann mir aber vorstellen, dass in diesem Fall das Französische schuld ist. In meiner Schwiegerfamilie dort spricht jeder von „on“, „man“, wenn er über sich spricht.

Leute, steht zu Euch. Sagt ich oder wir, wenn Ihr ich oder wir meint. Und selbst wenn andere gemeint sind, ist es immer besser, genau zu bezeichnen, wenn der Redner oder Schreiber tatsächlich meint.

Wer ist man? Etwas völlig Unpersönliches. Ein unbestimmtes Personalpronomen halt, mit dem ich keine bestimmte Aussage machen kann. Da bleibt alles im Ungefähren.


Mehr Sprachmarotten gibt es hier:

http://www.rhetorik.ch/Aktuell/worthuelsen/11_2004.pdf

Über die FDP, ihre Sprache und die Art, wie sie sich als Marke verkauft, besser: nicht verkauft, hat Ralf Schwartz nachgesonnen:

http://www.werbeblogger.de/2011/09/06/die-fdp-versteht-von-politik-ebensowenig-wie-von-markentechnik/

 

Wodkaverkauf nur an Autofahrer

Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad reist, reist streng genommen gar nicht. Jedenfalls wenn es nach den Ladenschlussgesetzen der Länder geht. Das hat seltsame Konsequenzen. Es bedeutet nämlich, dass Tankstellen außerhalb der Ladenöffnungszeiten Zigaretten, Naschkram, Kaugummi, Schnittblumen, Bier und sogar Hochprozentiges nur an Autofahrer verkaufen dürfen. Denn der Verkauf aller Tankstellen-Waren ist außerhalb der Ladenöffnungszeiten auf sogenannten Reisebedarf beschränkt. Und Radfahrer und Fußgänger sind nun mal nach dem Gesetz keine Reisenden.

http://www.bft.de/bft/article/artikel_-8589267137846589125.htm

Das ist auch höchst richterlich festgestellt worden:

http://www.juraforum.de/urteile/begriffe/tankstelle

Eine seltsame Regelung, die meines Wissens kaum eine Tankstelle beachtet und die die Scharen von jungen Leuten, die nachts an Tankstellen herumlungern oder sich dort vor dem Diskobesuch mit Alkoholika eindecken, bei deren Einhaltung auf Entzug setzen würde.

Das erinnert mich an ein Erlebnis, das wir in Frankreich hatten und das etwas über den seltsamen Umgang der Franzosen mit Alkohol aussagt. Gegen 18 Uhr unterwegs auf der Autobahn, hatten wir Durst und steuerten eine Raststätte an. Mit einem Wasser für mich  und einem Bier für meinen Mann aus der Selbstbedienungstheke gingen wir zur Kasse. Die Kassierin: „Das Bier kann ich Ihnen nicht verkaufen.“ Auf die Frage nach dem Warum erklärte sie, das sei hier eine Autobahnraststätte, dahin kämen Autofahrer, und die dürften keinen Alkohol trinken. Nun hat mein Mann gar keinen Führerschein und fährt deshalb nie Auto, aber die Madame ließ sich nicht erweichen. Kein Alkoholverkauf auf einer Autobahnraststätte. Auf die Frage, warum sie das Bier denn überhaupt in der Selbstbedienungsauslage hätten, kam die verblüffende, aber typisch französische Antwort: „Das ist für die Gäste, die etwas essen.“ Im Bewusstsein der Franzosen ist nämlich Alkohol zum Essen kein Alkohol.

Im Bewusstsein deutscher Gesetzeshüter sind Fußgänger und Fahrradfahrer keine Reisenden. Wandernde Handwerksgesellen und Radwanderer eingeschlossen. Da ist offenbar noch eine Aufgabe für die Lobbyarbeiter von Handwerkerschaften und ADFC.

Trittbrettfahrer beim Fototermin

Gut, dass die meisten Zeitungen, die in einem Ort erscheinen, so wenige Doppelleser haben. Sonst würde denen sofort ins Auge fallen, dass fast alle zu den jeweilen Texten die identischen Fotos drucken. Ein Ärgernis für alle ambitionierten Pressefotografen. Vor allem für die, die schreiben und fotografieren und es täglich mit Trittbrettfahrer-Fotografen zu tun haben.

Das Spiel ist immer gleich: Pressekonferenz, alle sitzen um einen großen runden Tisch, die Gastgeber erklären ihr Projekt, ihre neue Ausstellung, ihre Sommerakademie, ihre Jobbörse, was auch immer. Wenn alles gesagt ist, kommt der entscheidende Moment: Jetzt brauchen wir noch ein Foto, sagt irgendein Kollege. Und ein anderer fragt womöglich: Hat jemand eine zündende Idee?

Um Ideen bin ich nie verlegen. Und auch andere haben ihre Vorstellung, wie ihr Foto aussehen soll. Also wird arrangiert, was zu arrangieren ist. Merke: Nur ein gestelltes Pressefoto ist ein gutes Pressefoto. Gilt  nicht immer, aber oft. Nur zeigt die Erfahrung. Bei Massen-Pressekonferenzen – und die fangen für mich bei zwei Kollegen schon an – sind es immer dieselben, die eine Fotoidee umsetzen. Und ebenso immer dieselben, die  sich flugs neben den Fotografen stellen und genau das selbe Bild machen. Ist doch schon alles so schön hinarrangiert.

Was habe ich nicht schon alles an Tricks ausprobiert, um dieser Falle zu entgehen? Ganz aufs Foto verzichtet, weil ich kein Aufstellbild haben wollte. Oder einfach fotografiert und das Bild dann nicht veröffentlicht. Wozu, wenn es eh wenig bis keine wichtige Aussage enthält (Was im Sommerloch keine Rolle spielt, denn ein Foto spart mindestens 70 Zeilen). Die Akteure des Pressegesprächs gebeten, hinterher noch fünf Minuten Zeit für mich zu haben, um nach Abzug der Kollegen das gewünschte Foto zu machen. Das funktioniert manchmal, aber nicht immer, und außerdem bin ich selbst oft unter Zeitdruck.

Bleibt noch, die Dauer-Trittbrettfahrer zartfühlend auf das Thema anzusprechen, schließlich will man es sich mit den Kollegen nicht verscherzen. Doch damit habe ich bisher oft auf Granit gebissen. Die Antwort, die ich bekommen habe, ist so verblüffend einfach wie schwer zu widerlegen: Ach, das wollte ich denen doch nicht zumuten, sich jetzt noch einmal neu aufzustellen oder noch etwas anderes zu machen. Die haben ja auch viel zu tun und nicht so viel Zeit, da habe ich gedacht, ich erspare es ihnen. Darauf ist mir erst einmal gar nichts mehr eingefallen.

Heldinnen an der Wespenfront

Ich verneige mich in Ehrfurcht vor allen Bäckereifachverkäuferinnen. Sie sind die wahren Heldinnen an der Wespenfront – und lassen die Tierchen dabei gelassen links liegen.

Zeit für einen Kaffee. Also hinein in die nächste Bäckerei, Hackenkaffee holen, besser bekannt hierzulande als Coffee to go. In der Auslage reihen sich Plundergebäck an Apfeltasche, Pflaumenkuchen an Mandelhörnchen. Das alles umsummt von hungrigen Wespen. Die Kundin vor mir wählt ein Stück Kuchen aus, die Verkäuferin langt mit der Zange todesmutig in die Auslage. Mit keinem Blick würdigt sie die Wespen. Sie bedient die Kundin, als sei gar nichts los.

Ich weiß nicht, woher die Damen ihre Gelassenheit nehmen. Wie sie es schaffen, nicht mal einen Blick auf die stichigen Insekten zu werfen. Ich weiß nicht, ob es Bäckereifachverkäuferinnen mit Insektenstich-Allergie gibt. Alles Fragen, die mir beim Warten auf den Kaffee durch den Kopf gehen.

Ich weiß nur: Da wird Bienenstich verkauft, ohne dass jemand einen Wespenstich führchtet.

Wie gesagt: Ich verneige mich vor so viel Bravour der Bäckereifachverkäuferinnen.

Wer ähnliche Grandezza im Umgang mit den Tieren lernen will: Der Nabu gibt Tipps für den Umgang mit Hautflüglern, also Hornissen und Wespen:
http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/insektenundspinnen/hautfluegler/wespenundhornissen/02624.html

Einen ganz anderen Aspekt habe ich im Netz gefunden: Einige Kunden finden es unhygienisch, wenn Wespen auf dem Kuchen sitzen. Sie würden mit ihren Füßen Bakterien übertragen, möglicherweise eklige Spuren transportieren. Etwas, worüber ich noch nie nachgedacht habe:
http://www.talkteria.de/forum/topic-67461.html
Ekelt es Euch vor Kuchen, auf dem Wespen gesessen haben?

Die gemeine Wespe

Gehört die Zauberflöte zur Allgemeinbildung?

Praktikant bei einer Tageszeitung, Anfang 20, Student, wird losgeschickt zu einer Aufführung von Mozarts „Zauberflöte“. Nein, er soll keine großartige Musikkritik schreiben, sondern nur einen Benefiztermin am Rand in Bild und ein paar Zeilen festhalten.

Frage an den jungen Mann: „Zauberflöte, schon mal gehört?“ Ja, davon habe er schon mal gelesen. „Ich meine, schon mal gehört, die Musik?“ Nein, meint er, bisher nicht. Ich trällere ihm kurz das Auftrittslied von Papageno, das Vogelfängerlied, vor. Nein, das kenne er nicht.

Niemand wird ernsthaft bestreiten, dass es zu einer umfassenden Allgemeinbildung gehört, schon einmal im Leben ein Gedicht von Schiller gelesen, ein Stück von Brecht oder von Shakespeare gesehen, ein Gemälde von Dürer oder Picasso betrachtet zu haben. Zu wissen, worin sich eine romanische und eine gotische Kirche unterscheiden und zu erkennen, ob ein Garten im französischen oder im englischen Stil angelegt ist. Nur die klassische Musik, die wird offenbar komplett ausgeblendet. Ein Abiturient muss nicht wissen, wie ein Bruckner-Sinfonie klingt. Aber er sollte schon einmal die „Zauberflöte“ gehört und nicht nur von ihr gehört haben. Er sollte den Unterschied zwischen Bach und Mendelssohn-Bartholdy heraushören und ein Instrument, zumindest eine Instrumentengruppe am Klang unterscheiden können.

Musikbildung, das heißt nicht Hiphop von Rock unterscheiden zu können. Ich wünsche mir, dass klassische Musik wieder hipper wird. Damit ich dem nächsten Praktikanten nicht wieder die „Zauberflöte“ erklären muss.

 

Mutters neues Schuljahr

Der erste Tag im neuen Schuljahr ist da. Nun beginnen sie wieder, die Leiden einer Schulkind-Mutter. Jeden Tag zu Kloppenburg, sorry, das heißt jetzt Rossmann, und unweigerlich kommt dann auch der Kampf mit der Klebefolie.

Tag 1: Anruf im Büro. Mama, ich brauche ein Heft DIN A 4, liniert mit Rand mit blauem Umschlag, ein Heft DIN A 5 kariert ohne Rand mit gelbem Umschlag und ein Heft DIN A 4 kariert ohne Rand mit rotem Umschlag, dann eine blaue und eine gelbe Sammelmappe und einen grünen Schnellhefter, außerdem einen Collegeblock. Also rein in die Schlange all der Schulkinder und Mütter, die ihre Listen abarbeiten. Eine Liste gibt es allerdings ab Klasse 6 bei uns nicht mehr, sondern mit jeden Tag der Woche mit jedem neuen Fach eine neue Anforderung, was umgehend und bis zum nächsten Tag zu kaufen sei.

Tag 2 bis 5: Anruf im Büro. Wahlweise werden benötigt ein Vokabelheft und noch ein Vokabelheft, ein Notenheft DIN A 4 – das erfordert einiges an Sucharbeit – ein Bleistift Härte A oder B oder AB, dann noch einmal ein Heft DIN A 4 liniert ohne Rand, diesmal mit einem gelben Umschlag, und ein Heft DIN A 5 liniert ohne Rand mit grünem Umschlag, dazu noch einmal zwei Schnellhefter, einer blau, einer grün, und zwei Sammelmappen, was auch nichts andere ist als ein Schnellhefter, das  muss man nur wissen.

Irgendwann zwischen Woche 1 und Woche 3: Jeden Tag kommt das Kind mit einem anderen Lehrbuch nach Hause. Und jeden Abend hockt Mutter auf dem Fußboden und kämpft mit selbstklebender Einschlagfolie und Schere. Denn merke: Das Kaufen von Heften und das Einschlagen von Büchern hat immer, ich betone immer, von einem Tag auf den anderen zu erfolgen. Ob das die Lehrerin will oder das Kind, bleibt schleierhaft.

Doch seid getrost, ihr gestressten Mütter, irgendwann ist jedes Heft vorhanden und jedes Buch eingeschlagen, und dann beginnt das Schuljahr richtig und die Probleme nehmen nicht ab, sondern sehen nur anders aus. Schule ist und bleibt halt ein Abenteuer, nicht nur für die Kinder.