Daumen runter – was mir missfällt

Gesucht: Klassik zum Downloaden

Wer Musik macht, hört auch Musik. Wer klassische Musik macht, hört klassische Musik. Wer klassische Musik macht, übt und übt, um EIN Stück gut zu spielen. Er würde auch gern EIN Stück Musik kaufen. Doch was bei Rock, Pop und Schlager seit langem funktioniert, ist für Klassik eine Rarität: die Möglichkeit, einzelne Werke im Internet herunterzuladen. Warum gibt es keine Klassik-Download-Seiten, auf denen man alles findet und gegen Geld als MP3 herunterladen kann? Geordnet nach Komponisten, Werken, BWV-, KV-Verzeichnissen oder opus. Ich habe gegoogelt, gesucht, aber bisher nichts gefunden, was einen umfassenden Such- und Download-Service bietet. Vielleicht habe ich nicht richtig gesucht. Nicht genug und nicht ausdauernd genug. Beispiel gefällig? Ich suche von Vivaldi das „Gloria“. Tolles Stück, swinging Kirchenmusik sozusagen. Gibt es im Internet zum kostenlosen Download – als Klingelton. Ich will aber keinen Klingelton in der Gesamtlänge von 2,09 Minuten. Ich möchte das ganze Stück, und zwar nur das Stück mit allen seinen Sätzen, nicht mehr und nicht weniger. Ich könnte natürlich eine CD kaufen, aber da bekomme ich das Gloria entweder zusammen mit Bachs Magnifikat oder mit diversen Glorien anderer Komponisten. Ich möchte aber nur Vivaldi und sonst nichts. Wer weiß eine Seite, die Klassik differenziert zum Herunterladen anbietet? Ich bin für jeden Tipp dankbar.

 

Diese Übersicht lohnt, näher untersucht zu werden. Bringt mich auf den ersten Blick aber auch nicht wirklich weiter.

www.suite101.de/content/klassische-musik-kostenlos-downloaden-die-besten-legalen-quellen-a80943

Privat fotografieren verboten

Das hätte ich nie für möglich gehalten: Mir ist das Fotografieren verboten worden. Dürfen die das?

Die Situation: ein Reitturnier eines ländlichen Reitervereins. Springen und Dressur bis Klasse M, schöne Pferde, hübsch geputzt, schöne Reiter in Turnierkleidung, schöner Sport. Ergo: schöne Fotomotive. Ich reihe mich unter die Zuschauer ein, fotografiere vom Rand aus. Erst das Springen der K-, M- und G-Ponys. Alles kein Problem. Dann die Dressur. Stehe am Rand des Vierecks, fotografiere, mache einen Starter lang Pause, fotografiere wieder, ganze Serien von Bewegungsabläufen. Und sehe mich plötzlich einem wütenden Herrn gegenüber, der eine Kamera mit großer Optik in der Hand hält. „Sind sie von der Presse?“, fragt er barsch. Nein, sage ich, heute mal nicht, bin ganz privat hier. „Dann dürfen Sie hier nicht fotografieren.“ Verblüffung meinerseits. Wieso? Warum? Was soll das? Das ist hier eine öffentliche Veranstaltung eines eingetragenen gemeinnützigen Vereins. Er sagt: „Wir haben hier die Fotorechte vom Veranstalter gekauft. Sie dürfen deshalb nicht fotografieren. Hinterher stehen die Fotos dann im Internet, das kennen wir schon, das wollen wir nicht, hören Sie sofort auf damit, sonst gibt es Ärger.“ Das geht so eine ganze Weile hin und her. Ich beharre darauf, fotografieren zu dürfen, was immer ich möchte. Er: „Nein, verboten, wir gehen sofort zum Veranstalter.“ Ich argumentiere weiter, die Fotos seien ganz für mich privat, ich sei selber Reiterin, wolle nur Bewegungsabläufe studieren, mache das aus Spaß an der Freude. Er gibt immer noch keine Ruhe. Auf meinen Einwand, hier würden viele Leute fotografieren, meint er, die lichteten schließlich nur ihre Kinder oder Freunde ab, das sei ja in Ordnung, aber mehr nicht. Schließlich gebe ich zurück, wenn er nicht aufhöre, zücke ich halt meinen Presseausweis, dann sei hoffentlich Ruhe. Er: „So geht das nicht, dann hätten Sie sich vorher akkreditieren müssen.“ Schließlich räume ich das Feld, verziehe mich wieder zum Springparcours – und fotografiere weiter. Auf die Debatte mit dem Veranstalter habe ich mich nicht eingelassen, und ich habe es hinterher bereut. Ich hätte es durchfechten müssen. Dass ich es um des lieben Friedens willen nicht getan habe, ärgert mich jetzt maßlos.

Der Mann ist Tierfotograf und verkauft seine Turnierbilder an die Reiter. Das Recht hat er sich vom Veranstalter gekauft. Mehr aber nicht.

Frage an die Fotorecht-Experten: Darf der das, Privatleuten das Fotografieren verbieten? Selbst wenn sie dabei so professionell aussehen wie ich? Ich verkaufe meine Fotos schließlich nicht, mache ihm keine Konkurrenz. Was sagt Ihr?

 

Nachtrag: Das Thema beschäftigt mich nachhaltig, und beim weiteren Nachdenken ist mir noch dieses eingefallen:  Wenn die Fotorechte tatsächlich exklusiv verkauft wurden, muss das Verbot für alle gelten. Und dann muss es auch bekannt gemacht werden, etwa durch Schilder oder Ansagen.

 

 

Wie Sprache Eltern und Lehrer schaft

Zugegeben, als mir anno 1990 das erste Mal eine Frau in der damals noch DDR sagt, sie sei von Beruf Ökonom, bin ich doch zusammengezuckt. Nicht wegen der für mich als Wessi ungewohnten Berufsbezeichnung, sondern weil sie nicht Ökonomin sagte. Da ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, wie sehr ich mich an die weiblichen Berufsbezeichnungen gewöhnt hatte. Und das ist auch gut und richtig so. Natürlich ist eine Friseurin kein Friseur, eine Journalistin kein Journalist und eine Verkäuferin kein Verkäufer.

Das alles aber versöhnt mich nicht mit den sattsam bekannten Sprachmätzchen des Binnen-I oder das verkrampfte Bürgerinnen und Bürger (das leider auch viele meiner Redakteurs- und Redakteurinnenkolleginnen eifrig pflegen). Offenbar kommen solcherlei Sprachwürgereien auch anderen schwer über die Lippen und die Tastatur. Der Ausweg aus dieser Klemme ist aber nicht minder schwerfällig.

Lehrperson las ich gerade. Auch oft gesehen: Schülerschaft oder Lehrerschaft oder Elternschaft. Nicht viel besser finde ich die Studierenden. Dabei wäre die Lösung doch so einfach. Verwenden wir doch einfach das generische Maskulinum. Die Sänger sind – im gemischten Chor – Damen und Herren. Die Lehrer, die Studenten, die Fußgänger in der Fußgängerzone (verschont mich bitte mit der Fußgängerinnenzone) sind ebenso Frauen wie Männer. Und das bezweifelt nun wirklich  niemand. Das ist allemal besser als alle –personen, -schaften und –körper. Dann bleiben die Lehrer auch künftig vom Leerkörper verschont.

„Der Beamte, der Bürger, der Student, der Vorgesetzte … Wer stellt sich darunter schon eine Beamtin, eine Bürgerin, eine Studentin vor?“ fragt der Berliner Senat in seinem Leitfaden für gschlechtergerechte Sprache in der Verwaltung. Ich möchte dem Senat zurufen: Jeder vernünftig denkende Mensch, pardon, jede Menschin.

 

http://lexikon.freenet.de/Generisches_Maskulinum