Alltägliches, das einem das Leben schwer macht

Nachhaltigkeit nachhaltig falsch verwendet

Seit einigen Jahren hat ein Wort aus der Forstwirtschaft Karriere gemacht: Nachhaltigkeit. Heutzutage wird fast alles nachhaltig genannt, obwohl kaum etwas wirklich nachhaltig ist. Abgesehen davon, dass das Wort unschön ist, wird es meistens falsch verwendet.

Über Nachhaltigkeit und ihre Bedeutung hat mir mein Vater Christian Frege – Diplom-Landwirt und Waldbesitzer – einen Gastartikel zur Verfügung gestellt.
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Gut leben, gut sterben, gut schmecken: Wider den überzogenen Tierschutz

Unsere glücklichen Cröllwitzer Puten: Erst Garten-Deko, dann Weihnachtsbraten

Ja, auch Tiere haben Menschenrechte. Oder anders ausgedrückt: Niemand hat das Recht, Tiere zu quälen, ihnen Futter, Wasser und eine  angemessene Unterkunft zu verweigern, sie verwahrlosen zu lassen oder unsachgemäß zu töten. Aber es gibt auch einen überzogenen Tierschutz, der sämtliche normalen Maßstäbe außer Acht lässt.
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Internetsucht oder wie Millionen Deutsche krank geredet werden

Gehen wir doch mal auf die Suche nach Süchten. Gestern geisterte die Schlagzeile durch den Blätterwald, mehr als eine halbe Million Deutsche seien süchtig nach dem Internet. Ich stelle mir das so vor, dass diese Menschen jenseits von Tastatur und Bildschirm oder Androidhandy Schweißausbrüche bekommen, unter Übelkeit leiden und ganz hibbelig werden. Bis sie endlich wieder – ja, was denn? Im Netz lesen dürfen. Oder spielen. Oder chatten.
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Katzentod auf der Straße

Sie kam als kleine Katze zu uns, als Ersatz für eine geliebte andere, die den Tod auf der Straße fand. Und nun ist auch unsere Nanni ist tot. Gestorben in der Nacht unter den Reifen eines Autos. Wir haben sie heute morgen gefunden und begraben.

Katzen sind keine Hunde. Sie sind unabhängig, freiheitsliebend, und wir wollen unsere nicht einsperren. Haben sie doch so viel Platz ums Haus, dass sie sich draußen richtig austoben können. Doch vor dem Haus verläuft eine Straße. Nicht viel befahren, aber doch gefährlich für Katzen. Und so kam es, wie es kommen musste. Einer unserer drei Stubentiger kam heute nicht nach Hause.
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Dann tu’s doch

Nein, ich will mich nicht einreihen in die Jammerer über das Denglishe, das unsere Sprache verhunzt. Denn es geht noch schlimmer.

Jüngstens Beispiel, das mir jetzt unterkommen ist: der „Tu’s Day“ der Initiative „Mehr wissen, mehr tun“. Anlass ist die Aktionswoche der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, und Klassen und Arbeitsgemeinschaften werden aufgefordert, originelle Ideen für eine Tag zu entwickeln und umzusetzen. Und dann kommt noch so ein Wortungetüm. Vorgeschlagen wird etwa ein „Off-Knopf-Tag“. Vermutlich ein Tag, an dem der Off-Knopf elektrischer oder elektronischer Geräte gedrückt wird. Wobei es doch logischer wäre, sie gar nicht erst „on“ zu schalten, dann braucht’s auch keinen Off-Knopf.

Auf der Hompage der Aktion geht es dann lustig weiter mit den Sprachmarotten. „BesserWisser“, „AufGefallen“ und „Labelpark“ heißen die Unterkategorien. Schlimm genug, dass hier die schrecklichen Binnenmajuskeln verwendet werden, bei „AufGefallen“ schmerzen sie obendrein besonders, weil hier der Großbuchstabe im Wort völlig unvermittelt und sinnlos daherkommt.

Der „Tu’s Day“ richtet sich an Schüler, ebenso wie die Homepage. Da frage ich mich: Wäre es nicht gerade bei denen, die Tag für Tag in der Schule schwitzen, um gutes Deutsch zu lernen, besonders wichtig, ihnen ein gutes Vorbild zu sein? Die Idee soll doch überzeugen, nicht der Sprachfirlefanz, mit dem sie offenbar an die Jugendlichen gebracht werden soll. Wenn schon tun – was sowieso kein schönes Verb ist – dann doch bitte am „Tu’s Tag“, das hat wenigstens noch Sprachmelodie.

Die Initiative „Mehr wissen, mehr tun“:

http://www.mehr-wissen-mehr-tun.de/index.php?id=home

Daniel Grosse über „Die BinnenMajuskel – SchreibUngetüm aus der MarketingAbteilung“:

http://www.goethe.de/ges/spa/siw/de4465280.htm

Eine satirische Verteidigung der Binnen(M)majuskel:

http://www.phase-5.net/am-rande-der-philosophie/ueber-binnenmajuskel-und-kamelhoecker/

 

Man breitet sich aus

Stehen wir alle neben uns? Wie sonst ist es zu erklären, dass seit einigen Jahren eine sprachliche Marotte um sich greift. „Man“ statt „ich“ oder „wir“.

Gerade heute morgen hat es Lasse Becker, Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen, im Morgenmagazin vorgemacht. „Man“ müsse jetzt handeln, „man“ müsse politisch so agieren, dass es bei den Menschen spürbar sei, „man“ müsse jetzt die . . . und so weiter und so fort. Warum sagt er nicht, dass die FDP all das tun muss?

Lasse Becker steht damit nicht alleine da. Wer genau hinhört, wird im Freundes- und Bekanntenkreis, in Politikerreden, ja, sogar in Pressemeldungen und Leserbriefen, in O-Tönen im Fernsehen und bei Umfragen immer dieses „man“ statt „ich“ oder „wir“ finden. Wo es herkommt? Ich weiß es nicht, kann mir aber vorstellen, dass in diesem Fall das Französische schuld ist. In meiner Schwiegerfamilie dort spricht jeder von „on“, „man“, wenn er über sich spricht.

Leute, steht zu Euch. Sagt ich oder wir, wenn Ihr ich oder wir meint. Und selbst wenn andere gemeint sind, ist es immer besser, genau zu bezeichnen, wenn der Redner oder Schreiber tatsächlich meint.

Wer ist man? Etwas völlig Unpersönliches. Ein unbestimmtes Personalpronomen halt, mit dem ich keine bestimmte Aussage machen kann. Da bleibt alles im Ungefähren.


Mehr Sprachmarotten gibt es hier:

http://www.rhetorik.ch/Aktuell/worthuelsen/11_2004.pdf

Über die FDP, ihre Sprache und die Art, wie sie sich als Marke verkauft, besser: nicht verkauft, hat Ralf Schwartz nachgesonnen:

http://www.werbeblogger.de/2011/09/06/die-fdp-versteht-von-politik-ebensowenig-wie-von-markentechnik/

 

Trittbrettfahrer beim Fototermin

Gut, dass die meisten Zeitungen, die in einem Ort erscheinen, so wenige Doppelleser haben. Sonst würde denen sofort ins Auge fallen, dass fast alle zu den jeweilen Texten die identischen Fotos drucken. Ein Ärgernis für alle ambitionierten Pressefotografen. Vor allem für die, die schreiben und fotografieren und es täglich mit Trittbrettfahrer-Fotografen zu tun haben.

Das Spiel ist immer gleich: Pressekonferenz, alle sitzen um einen großen runden Tisch, die Gastgeber erklären ihr Projekt, ihre neue Ausstellung, ihre Sommerakademie, ihre Jobbörse, was auch immer. Wenn alles gesagt ist, kommt der entscheidende Moment: Jetzt brauchen wir noch ein Foto, sagt irgendein Kollege. Und ein anderer fragt womöglich: Hat jemand eine zündende Idee?

Um Ideen bin ich nie verlegen. Und auch andere haben ihre Vorstellung, wie ihr Foto aussehen soll. Also wird arrangiert, was zu arrangieren ist. Merke: Nur ein gestelltes Pressefoto ist ein gutes Pressefoto. Gilt  nicht immer, aber oft. Nur zeigt die Erfahrung. Bei Massen-Pressekonferenzen – und die fangen für mich bei zwei Kollegen schon an – sind es immer dieselben, die eine Fotoidee umsetzen. Und ebenso immer dieselben, die  sich flugs neben den Fotografen stellen und genau das selbe Bild machen. Ist doch schon alles so schön hinarrangiert.

Was habe ich nicht schon alles an Tricks ausprobiert, um dieser Falle zu entgehen? Ganz aufs Foto verzichtet, weil ich kein Aufstellbild haben wollte. Oder einfach fotografiert und das Bild dann nicht veröffentlicht. Wozu, wenn es eh wenig bis keine wichtige Aussage enthält (Was im Sommerloch keine Rolle spielt, denn ein Foto spart mindestens 70 Zeilen). Die Akteure des Pressegesprächs gebeten, hinterher noch fünf Minuten Zeit für mich zu haben, um nach Abzug der Kollegen das gewünschte Foto zu machen. Das funktioniert manchmal, aber nicht immer, und außerdem bin ich selbst oft unter Zeitdruck.

Bleibt noch, die Dauer-Trittbrettfahrer zartfühlend auf das Thema anzusprechen, schließlich will man es sich mit den Kollegen nicht verscherzen. Doch damit habe ich bisher oft auf Granit gebissen. Die Antwort, die ich bekommen habe, ist so verblüffend einfach wie schwer zu widerlegen: Ach, das wollte ich denen doch nicht zumuten, sich jetzt noch einmal neu aufzustellen oder noch etwas anderes zu machen. Die haben ja auch viel zu tun und nicht so viel Zeit, da habe ich gedacht, ich erspare es ihnen. Darauf ist mir erst einmal gar nichts mehr eingefallen.

Mutters neues Schuljahr

Der erste Tag im neuen Schuljahr ist da. Nun beginnen sie wieder, die Leiden einer Schulkind-Mutter. Jeden Tag zu Kloppenburg, sorry, das heißt jetzt Rossmann, und unweigerlich kommt dann auch der Kampf mit der Klebefolie.

Tag 1: Anruf im Büro. Mama, ich brauche ein Heft DIN A 4, liniert mit Rand mit blauem Umschlag, ein Heft DIN A 5 kariert ohne Rand mit gelbem Umschlag und ein Heft DIN A 4 kariert ohne Rand mit rotem Umschlag, dann eine blaue und eine gelbe Sammelmappe und einen grünen Schnellhefter, außerdem einen Collegeblock. Also rein in die Schlange all der Schulkinder und Mütter, die ihre Listen abarbeiten. Eine Liste gibt es allerdings ab Klasse 6 bei uns nicht mehr, sondern mit jeden Tag der Woche mit jedem neuen Fach eine neue Anforderung, was umgehend und bis zum nächsten Tag zu kaufen sei.

Tag 2 bis 5: Anruf im Büro. Wahlweise werden benötigt ein Vokabelheft und noch ein Vokabelheft, ein Notenheft DIN A 4 – das erfordert einiges an Sucharbeit – ein Bleistift Härte A oder B oder AB, dann noch einmal ein Heft DIN A 4 liniert ohne Rand, diesmal mit einem gelben Umschlag, und ein Heft DIN A 5 liniert ohne Rand mit grünem Umschlag, dazu noch einmal zwei Schnellhefter, einer blau, einer grün, und zwei Sammelmappen, was auch nichts andere ist als ein Schnellhefter, das  muss man nur wissen.

Irgendwann zwischen Woche 1 und Woche 3: Jeden Tag kommt das Kind mit einem anderen Lehrbuch nach Hause. Und jeden Abend hockt Mutter auf dem Fußboden und kämpft mit selbstklebender Einschlagfolie und Schere. Denn merke: Das Kaufen von Heften und das Einschlagen von Büchern hat immer, ich betone immer, von einem Tag auf den anderen zu erfolgen. Ob das die Lehrerin will oder das Kind, bleibt schleierhaft.

Doch seid getrost, ihr gestressten Mütter, irgendwann ist jedes Heft vorhanden und jedes Buch eingeschlagen, und dann beginnt das Schuljahr richtig und die Probleme nehmen nicht ab, sondern sehen nur anders aus. Schule ist und bleibt halt ein Abenteuer, nicht nur für die Kinder.

 

Erlebnis Hotel

Wenn einer eine Reise tut . . . Na klar, dann kann er was erzählen. Wer eine Reise tut, ist auf fremde Betten angewiesen. Üblicherweise auf ein Hotel. Das kann zum Erlebnis werden, zumal, wenn man auf eigene Faust in Feriengebieten unterwegs ist und vorher kein Zimmer gebucht hat. Ich habe in einer Woche Deutschlandtour drei Kategorien von Hotels kennen gelernt: unmögliche, äußerst angenehme und oberspießige.

Unmöglich:

Am Main, die als Ort der Nachtruhe auserkorene Kleinstadt ist gerade Ziel einer Massen-Fahrradtour, alle Zimmer ausgebucht. Die freundlichen Damen der Tourist-Information empfehlen, einen Ort weiter nachzufragen. Etwa bei einem Weingut, das auch Fremdenzimmer vermietet. Anruf, Auskunft: Ja, wir haben noch ein Zimmer frei, allerdings ohne Dusche und Toilette, die liegen auf dem Flur, Sie sind aber die einzigen Benutzer. Na gut, mag gehen für ein, zwei Nächte. Also hin. Zimmer ansehen? Nein, es wird gerade fertig gemacht, Sie können gleich einziehen. Wir sind ein- und gleich wieder ausgezogen: ein gebrauchtes Pflaster unterm Bett, eine Erdnuss im Polster des durchgesessenen Sessels, verschwitzte Bettwäsche und ein zusammengeknüllter Zettel in der Ecke. Das alles für 50 Euro die Nacht. Nein Danke.

Äußerst angenehm:

Also noch einen Ort weiter gezogen. Veitshöchheim am Main, sieben Kilometer vor Würzburg. Es ist ein Doppelzimmer für uns frei. Perfekt. Der Gastgeber empfängt uns herzlich, fragt, ob wir Würzburg besuchen wollen, drückt uns auf unser Ja prompt einen Stadtplan von Würzburg, einen von Veitshöchheim, den Fahrplan der Mainschifffahrt mit den Abfahrtszeiten nach Würzburg in die Hand, empfiehlt uns einige gute Speiselokale im Ort, zeigt uns ein pieksauberes und großzügig eingerichtetes Zimmer – 71 Euro die Nacht für zwei –, druckt uns am nächsten Tag flugs einen Busfahrplan aus und serviert am nächsten Morgen ein exorbitantes Frühstücksbüffet mit Lachs und Tomaten-Mozzarella und allem Drum-und-dran. Einziges Manko: Das Haus liegt nicht gerade ruhig, gegenüber flitzt der ICE über eine Hochbahntrasse, und bei brütender Hitze wird es nachts unruhig, wenn die Fenster offen sind. Abgesehen davon ein höchst empfehlenswertes Haus.

Es ist das Hotel und Gästehaus am Rokokogarten in Veitshöchheim:

http://www.hotel-am-rokokogarten.de

Die Namen der beiden durchgefallenen Häuser will ich hier höflich verschweigen.

Oberspießig:

Weg vom Main, hin zum Edersee. Waldeck. Wieder Zimmersuche. Angesichts der Erfahrung am Main rufen wir in einem Haus an, bitten, das Zimmer zunächst besichtigen zu dürfen. Die Dame am Telefon gibt sich schmallippig, weist uns dann aber an, zu kommen. Von Anschauen ist nicht mehr die Rede, sie drückt uns die Zimmerschlüssel in die Hand und bemerkt noch: „Da Sie nur eine Nacht bleiben, muss ich fünf Euro Aufschlag pro Person berechnen.“ Na dann. Macht88 Euro pro Nacht für zwei Nasen. Das Haus ist aufwändig, aber stillos eingerichtet, strotzt vor Nippes, das Bad ist braun gefliest und auf dem Flur hängt wie früher in Kinderheimen üblich ein Gong. Wird damit zu den Mahlzeiten gerufen? Wir werden es nie erfahren. Denn die Damen gibt uns zu wissen, das Haus sei zwar auch ein Restaurant, man habe aber an diesem Tage so viele Hausgäste, an die 40, dass es nicht möglich sei, für zwei weitere Personen zu kochen. Wir mögen uns zum Essen in ein anderes Restaurant begeben. Wir fühlen uns so schnell als Gäste zweiter Klasse, halt keine Hausgäste, sondern NUR Übernachtungsgäste. Der Eindruck, in ein Kinderferienheim mit strengen Sitten geraten zu sein, setzt sich beim abendlichen Kauf eines Viertels Wein für den zimmereigenen Balkon fort: „Aber Glas und Karaffe wieder runterbringen“, wird mir mit auf den Weg gegeben. Selbstverständlich.

Merke: Nicht überall ist der Gast Gast. Er fühlt sich manchmal wie ein zu schröpfendes Wesen und manchmal wie zurechtgewiesen. Aber es gibt eben auch Orte, wo Gastfreundschaft noch genauso verstanden wird.

Zahltag für den Schulbus

Nun ist es soweit: Der 1. August ist in Schleswig-Holstein für alle Eltern, deren Kinder mit dem Bus zur Schule fahren, Zahltag. Ich habe gerade 122 Euro an den Schulverband überwiesen. Dafür, dass mein Kind jeden Tag 16 Kilometer mit dem Bus zur Schule fährt und nachmittags wieder zurück, zwei Mal unterwegs umsteigen und die meiste Zeit im Bus stehen muss.

Eingebrockt hat uns das die Landesregierung. Nach dem vor einigen Jahren ein erster Versuch, die Eltern an den Schulbuskosten zu beteiligen, gescheitert war, ist der zweite Anlauf gelungen. Die Kreistage haben zähneknirschend die Elternbeteiligung beschlossen. Weil ihnen der Zuschuss aus Kiel gestrichen wurde und weil sie die Kosten von mehreren hunderttausend Euro sonst selbst hätten tragen müssen. Da die öffentliche Hand überall am Rand der Pleite vorbeischrammt, blieb nur, die Eltern zur Kasse zu bitten.

Zugegeben, 122 Euro im Jahr oder zehn Euro pro Monat sind nicht allzuviel. Es geht aber ums Prinzip. Nicht nur, dass vor Jahrzehnten die Schulen auf dem Land geschlossen und stattdessen Schulzentren in den größeren Orten gebaut wurden. Alle Eltern bekamen gesagt, als Gegenleistung würden ihre Kinder kostenlos zur Schule gefahren. Eine Zusage, die lange gehalten hat. Nein, mit dem Zahltag 1. August 2011 ist auch ein Damm gebrochen. Bildung ist auf dem Land nicht mehr kostenlos. Auch wenn kein Schulgeld erhoben wird, das Busgeld will bezahlt sein, und Eltern haben keine Wahl. Alle Kinder müssen mit dem Bus zur Schule fahren, egal, welche weiterführende sie besuchen. Einzige Alternative wäre ein Fahrdienst der Eltern, aber das kostet Zeit und ist bei den hohen Spritpreisen sicher nicht günstiger.

Die Zeit des kostenlosen Schulbusses dürfte damit ein für alle Mal vorbei sein. Es gibt kein Zurück mehr, was einmal eingeführt ist, wird nicht wieder abgeschafft. Jeder, der das glaubt, ist naiv. Bleibt nur die Frage, wie lange die jetzige Elternbeteiligung hält, wann sie erhöht wird und was vielleicht noch an Eigentbeteiligung kommt.

Und noch ein Gedanke bewegt mich: Wenn ich schon zahlen muss, kann ich dann nicht wenigstens ein kleines bisschen mehr Komfort für mein Geld und für mein Kind erwarten?

Das schreibt die Landes-Elternvertretung dazu:

http://elternvertretungen.blogspot.com/2011/02/eltern-warnen-politiker-eine.html