Susanne Peyronnet *1960 Wurzeln in Niedersachsen Leben in Schleswig-Holstein Redakteurin seit 1981 Hobbys: Reisen, Lesen, Reiten Musik: Klassik, Klassik, Klassik (Ausnahme Kammermusik) Länder: Deutschland, Frankreich

Das Poesiealbum – ein Zeitdokument

„Deutsch sein heißt gut sein, treu sein und echt!“

Das schrieb der damals 23-jährige Lehrer Curt Frege in das Posiealbum, das sein Bruder Johannes, mein Großvater, gerade geschenkt bekommen hatte. Ein in Leder gebundenes Büchlein mit Verschluss und in Gold geprägten Buchstaben auf dem Einband. Ein Büchlein, das sich heute in meinem Besitz befindet und eine traurige Geschichte erzählt. Aber auch eine Geschichte von unendlicher Sorgfalt, von der Kunst der schönen Schrift und davon, sich für Freunde viel Mühe zu geben. Die Einträge in dem Buch sind kleine Kunstwerke.
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Blut und Weizen – Flaggenkunde

Flaggen symbolisieren Länder. Das Flaggen-Design symbolisiert Geschichte und Charakteristik von Ländern.

Flagge Lettlands

Beispiel Lettland: Die Flagge ist Rot-Weiß-Rot. Die Geschichte dazu grausam. Die Farben stehen für das Sterbelager des unbekannten lettischen Freiheitskämpfers. Blutüberströmt wurde er vom Kampf zu seiner Lagerstatt gebracht, auf weißes Linnen gebettet. Rechts und links floss das Blut von seinem Körper und färbe das Leintuch rot, nur in der Mitte, wo der Körper lag, blieb es weiß.

 

 

 

 

 

 

Beispiel Ukraine: Das Gelb-Blau steht für den blauen Himmel über den gelben Kornfeldern des Landes.

Blauer Himmel über reifen Kornfelder - Flagge der Ukraine

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer kennt weitere Geschichten?

Ich sammele sie hier für ein Brevier der Flaggenkunde.

Stil-Sünden im Sommer

So kommt der Herr stilecht daher. Sie hat sich dagegen mindestens in der Farbe vergriffen.
Stil oder Nichtstil? So kommt der Herr stilecht daher. Sie hat sich dagegen mindestens in der Farbe vergriffen.

Kaum klettert das Thermometer über 20 Grad, scheint es keine Spiegel mehr zu geben. Ein Gang durch die Stadt offenbart Stil-Sünden von Weiblein und vor allem Männlein, wie sie schlimmer nicht sein können.

Wir Frauen neigen zu falscher Selbsteinschätzung. Oder wie unsere Oma immer sagte: Nichts gegen Beine, aber Gurken gehören ins Glas. Wer Mini trägt, sollte makellose Beine zeigen, und bauchfrei sieht nur bei derjenigen gut aus, die bauchfrei ist. Nicht jede, die ein Schlauchkleid trägt, schafft es, den Bauch weit genug einzuziehen. Und Söckchen zu Sandalen gehen gar nicht, ohne geht’s aber auch nicht, ohne sich Blasen zu holen. Und so kann ich zumindest gut nachfühlen, warum manche Frauen auf die textile Hülle am Fuß nicht verzichten wollen. Für das Auge ist aber kein Genuss. Es bleibt die alte Erkenntnis: Wer schön aussehen will, muss leiden.

Aufmerksamkeit verdient auch das Obenherum.  Tops sind nur topp, wenn aus ihnen keine Schwabbelarme hervorschauen. Alles, was zu eng oder zu weit ist, sieht nicht gut aus. Wer dünne Stoffe trägt, muss auf das Darunter achten, nichts ist schlimmer, als bunte Blümchen, die durch den weißen Hosenstoff blinzeln. Hervorlugende BH-Träger aus durchsichtigem Plastik sehen genauso störend aus wie der Tanga-Bund, der aus der Hose hervorlugt.

Die Stil-Sünden der Männer sind bei Sommerhitze aber noch viel schlimmer. Vor allem, wenn sie zu kurzen Hosen greifen. Die kurze Hose für den Mann, die wirklich gut aussieht, muss erst noch erfunden werden. Absolut unakzeptabel sind knappe weiße Höschen, die aussehen wie vom Tennisplatz oder aus der Mottenkiste der 70er-Jahre, schlabberige Bermudas und bunte Spielhöschen. Verschlimmern lassen sich diese Modesünden nur noch mit dem unpassenden Schuhwerk. Socken – womöglich noch in Weiß – in Sandalen? Schrecklich. Socken in bevorzugt schlammbraunen ausgelatschten Halbschuhen gröberer Machart zur kurzen Hosen? Unmöglich. Wenn dann noch der Bauch über den Hosenbund hängt und zwischen Hosenunterkante und Sockenoberkante die weißen Stachelbeerbeine zur Schau getragen werden, wendet sich der Betrachter mit Grausen.

So bitte nie
So bitte nie

 

Kniestrümpe - nur so akzeptabel

 

Badeschlappen sind zwar bequem, aber keine wirkliche Alternative Sie gehen gerade noch, wenn Männerfüße gepflegt und die Schlappen einigermaßen ansehnlich sind und nicht aus dem Ein-Euro-Laden kommen. Aber die Schlappen sollten doch der Freizeit vorgehalten bleiben.

Auch wenn’s heiß ist, liebe Männer: Eine ordentlich lange Hose mit leichten Halbschuhen sollte es beim Stadtspaziergang oder bei der Arbeit schon sein. Dazu ein gut geschnittenes Polohemd. Am Strand dürft Ihr dann oben herum blank ziehen und unten herum bunte Bermudas tragen.

Stil-Sünden sind natürlich kein reines Sommerphänomen. Jetzt tritt es nur mehr zutage, weil nicht das Mäntelchen der kalten Jahreszeit die schlimmsten Modesünden im Freien bedeckt.

Über die Stil-Sünden des Sommers haben sich außer mir auch schon andere Gedanken gemacht:

http://www.fashionpuppe.com/2011/04/mannermodeimsommer/

http://www.erdbeerlounge.de/mode-trends/Stilsuenden-im-Sommer-_a719/site1-0-0

Wer kennt noch mehr?

Tragt mit mir die Top-Ten der Sommer-Stilsünden für Männer und Frauen zusammen.

Gesucht: Klassik zum Downloaden

Wer Musik macht, hört auch Musik. Wer klassische Musik macht, hört klassische Musik. Wer klassische Musik macht, übt und übt, um EIN Stück gut zu spielen. Er würde auch gern EIN Stück Musik kaufen. Doch was bei Rock, Pop und Schlager seit langem funktioniert, ist für Klassik eine Rarität: die Möglichkeit, einzelne Werke im Internet herunterzuladen. Warum gibt es keine Klassik-Download-Seiten, auf denen man alles findet und gegen Geld als MP3 herunterladen kann? Geordnet nach Komponisten, Werken, BWV-, KV-Verzeichnissen oder opus. Ich habe gegoogelt, gesucht, aber bisher nichts gefunden, was einen umfassenden Such- und Download-Service bietet. Vielleicht habe ich nicht richtig gesucht. Nicht genug und nicht ausdauernd genug. Beispiel gefällig? Ich suche von Vivaldi das „Gloria“. Tolles Stück, swinging Kirchenmusik sozusagen. Gibt es im Internet zum kostenlosen Download – als Klingelton. Ich will aber keinen Klingelton in der Gesamtlänge von 2,09 Minuten. Ich möchte das ganze Stück, und zwar nur das Stück mit allen seinen Sätzen, nicht mehr und nicht weniger. Ich könnte natürlich eine CD kaufen, aber da bekomme ich das Gloria entweder zusammen mit Bachs Magnifikat oder mit diversen Glorien anderer Komponisten. Ich möchte aber nur Vivaldi und sonst nichts. Wer weiß eine Seite, die Klassik differenziert zum Herunterladen anbietet? Ich bin für jeden Tipp dankbar.

 

Diese Übersicht lohnt, näher untersucht zu werden. Bringt mich auf den ersten Blick aber auch nicht wirklich weiter.

www.suite101.de/content/klassische-musik-kostenlos-downloaden-die-besten-legalen-quellen-a80943

Die Last mit den Namen

Der Lübecker Altbischof hat so manchen Redakteur zur Verzweiflung getrieben – wegen seines Namens. Wie schreibt er sich nun richtig? Mit oder ohne Bindestrich zwischen Karl und Ludwig, Kohlwaage oder Kohlwage? Darüber ist nicht mal die Kirche selbst einig. In der Nordelbischen Kirche heißt er Karl Ludwig Kohlwage, beim evangelischen Nachrichtendienst EPD Karl-Ludwig Kohlwage. Immerhin bei der –wage mit einem a sind sie sich einig. Wer über Kohlwage schreiben musste, dessen Neid galt den Radiokollegen.

Lassen wir die Nachnamen mal beiseite, das ist ein zu weites Feld. Konzentrieren wir uns auf die Vornamen. Darin stecken schon genug Fallen. Günter (norddeutsch ohne h) oder Günther? Ralph oder Ralf, Stephan oder Stefan? Stephanie oder Stefanie? Rainer oder Reiner? Da kommt der alte Scherz gerade recht: Keiner wäscht reiner. Ja, kann sich Reiner/Rainer denn nicht selber waschen?

Es gibt kaum einen Vornamen, der sich eindeutig schreibt. Wer keine Fehler machen möchte, frage lieber nach. Ich weiß nicht, wie viele Eltern sich bei der Namenswahl darüber Gedanken machen, wie oft ihr Kind später einmal über die richtige Schreibweise Auskunft geben muss. Selbst angeblich eindeutige Vornamen wie Christoph oder Kurt – ich habe einen Kollegen, der heißt Curd – lassen mehrere Möglichkeiten zu.

Aber es geht noch komplizierter. Die zusammengesetzten Vornamen bergen noch mehr Stolperfallen. Karl-Heinz hat landläufig einen Bindestrich zwischen seinen beiden Vornamen, aber das ist längst nicht mehr selbstverständlich. Ich kenne einen Ernst-Otto und einen Ernst Otto.

Der eifrigste Namensforscher des Nordens, vielleicht sogar ganz Deutschlands, ist ein Mann aus Ahrensburg: Herr Bielefeld. Vorname? Knud! Mit d.

Hier schreibt Knud Bielefeld:

www.beliebte-vornamen.de/

Über die Namensgebung von Romanfiguren hat sich Jutta Miller-Waldner in ihrem Blog „Juttas Schreibtipps“ Gedanken gemacht:

http://juttas-schreibtipps.blogspot.com/search/label/Nomen%20est%20omen

Kurze Kulturgeschichte der Textübertragung

Ab und zu – beim Mittagessen in der Redaktion – kommt diese „Weiß-Du-noch“-Phase. Dann erzählen die alten Hasen den jungen Kollegen, wie früher Text und Bilder ihren Weg vom Arbeitsort des Redakteurs in die Zentrale gefunden haben. Im Nachhinein lässt sich nicht mehr jede Veränderung genau datieren, doch ich versuche hier einfach mal den Rückblick auf 30 Jahre Arbeit in Außenredaktionen.

Einst spielte das Telefon die wichtigste Rolle bei der Textübertragung. Und die Schallplatte. Große Scheiben, die in einem speziellen Gerät steckten und immer wieder neu über die Telefonleitung besprochen werden konnten. Eine Sekretärin mit Kopfhörern saß anschließend davor und tippte den Text ab. Vom diktierenden Redakteure wurde klare Aussprache verlangt und das flotte Buchstabieren jedes fraglichen Wortes. Meier – Martha-Emil-Ida-Emil-Richard. Ich kann bis heute das deutsche Buchstabier-Alphabet rauf und runter. Glücklich der, der beim Diktieren gemütlich in irgendeinem Außenbüro sitzen konnte, die Füße hochgelegt, das Manuskript auf den Knien und – seien wir ehrlich – so mancher Text wurde auch flott von der eingeschickten Pressemitteilung abgelesen und nicht selbst formuliert. Sah ja keiner. Ganz pfiffige Kollegen, zumeist solche, die auf Radio-Erfahrung zurückblicken konnten, formulierten völlig frei. Ich kannte mal einen alten Hasen, der sprang nach einer Kreistagssitzung in eine Telefonzelle, gab seinen Text aus dem Kopf durch, legte auf und verschwand in den Feierabend. Es gab aber auch frustrierende Erlebnisse. Wer viel durchzugeben hatte, quasselte sich mitunter den Mund fusselig. Umso ärgerlicher, wenn die Mühe umsonst war. Beim Vorlesen blickte ich eines Tages aus dem Fenster und sah draußen auf dem Platz vor dem Büro einen Bagger baggern. Ich diktierte und diktierte und diktierte. Am Ende, nach 40 Minuten, sagte ich der Sekretärin „So, das war’s“ Keine Antwort. Erst jetzt sah ich, dass der Bagger draußen vor dem Fenster seit geraumer Zeit an einem Telefonkabel zerrte.

Irgendwann tauchten die ersten Faxgeräte auf. Ungetüme, in die das Blatt Papier auf eine Rolle gespannt werden musste. Die drehte sich dann, und irgendwie und irgendwann war der Text in der Zentrale.

Dann kam eine technische Revolution. Ein kleiner Computer, eine Art früher Laptop, zunächst nur mit einigen wenigen Zeilen Text auf dem schmalen Bildschirm. Das Ding hatte einen Akustikkoppler. Der ähnelte überdimensionalen Handschellen mit zwei großen mit Gummidichtungen ausgelegten Kreisen an jedem Ende. Dahinein galt es, den Telefonhörer zu drücken. Der Koppler wandelte Text in Klickgeräusche um, die am anderen Ende der Leitung wieder in Text umgewandelt wurden. Aber wehe, wehe, wenn es zwischendurch in der Leitung knackte, was durchaus vorkam. Dann war dieses Textstück entweder zerhackt oder die ganze Übertragung unterbrochen.

Das Diktieren auf Schallplatte funktionierte wie das Übertragen mit Akustikkoppler auch aus einer Telefonzelle. Das Wort Telefonkarte war noch ein Fremdwort. Wer also seinen Text aus der Zelle schicken wollte, musste vorher einen Stapel Ein-Mark-Stücke bereit legen und während der Übertragung ständig Münzen nachwerfen.

Bei allen diesen Techniken der Textübertragung blieb ein Problem: Wie die Bilder transportieren? Je nach den örtlichen Gegebenheiten wurden sie entweder einem Linienbus oder einem Lokführer mitgegeben und am Zob oder Bahnhof von einem Redaktionsboten abgeholt. Deutliche Bildunterschriften waren zum Zwecke der Zuordnung immens wichtig. Das führte manchmal zu peinlichen Pannen. Ich sehe noch den Bildtext vor mir: „Karl Napf (dick, Brille, lacht) . . . Es stand so im Blatt.

Mit dem Ausbau der Datennetze endeten alle diese vorsintflutlichen Techniken der Textübertragung. Als 1990 die DDR-Grenze fiel und die ersten Westredakteure im Osten für Zeitungen im Westen arbeiteten, gab es noch einmal kurz einen Rückschritt: Jeden Mittag um 13 Uhr kam ein Taxifahrer und holte Manuskripte und Filme ab. Unterdessen bemühte sich ein Kollege, wenigsten einmal am Tag in der Zentrale anzurufen, um durchzugeben, was für die Seiten zu erwarten sei. Ein Stunden fressendes Unterfangen, schließlich musste ein Auslandsgespräch über marode Telefonleitungen geführt werden. Ich höre es noch heute, das Geräusch, dass mich sogar im Schlaf verfolgte: 0049-tut-tut-tut, 0049-tut-tut-tut, 0049-tut-tut-tut . . .

 

Unser Norden – das schönste Viertel des Jahres

Jetzt ist wieder die Jahreszeit, in der der Norden Deutschlands punkten kann: Hier sind Nächte etwas heller, die Luft ist etwas frischer, die Sonne etwas kräftiger und ausdauernder als im Rest der Republik. Fehmarn ist mit 2000 Stunden Sonne im Jahr einer der sonnigsten Flecken im Lande. Der Norden bekommt obendrein noch ein wenig von der arktischen Mittsommersonne mit, wenn auch nur ganz am Rande. Wer im Juni abends um halb elf noch unterwegs ist, dem geht das Herz auf: Schummerlicht in tiefster Nacht, im Zwielicht leuchten die Felder längs des Weges, einfach schön. Ein Mittsommer wie aus dem Bilderbuch.

Doch diese Freude ist bitter erkauft. Unser Norden, das ist da, wo der Winter lange dauert, wo die Wärme im Frühjahr zuletzt hinkommt, wo sich der Herbst besonders stürmisch ankündigt und der kalte Wind erbarmungslos um die Häuser heult. Das ist da, wo die Menschen von März bis Mai und von September bis Oktober neidisch auf den Süden Deutschlands blicken, und im in schmuddeligen, nasskalten Winter noch neidischer noch ein wenig weiter südlich, da, wo weißer Schnee unter blauem Himmel garantiert ist.

Unser Norden – das ist ein Landstrich der Strickjacken, Wollsocken, Schals, Umschlagtücher, der Mützen und Handschuhe, und das zu drei Vierteln des Jahres. Aber für ein Viertel ist es hoch im Norden so schön wie sonst nirgends. Darum schnell genießen!

Update auf der Hälfte des Sommers 2011: Der Sommer der ein Winter war. Bei 15 Grad Höchsttemperatur an den Hundstagen bitte schon jetzt die Strickjacke, die Umschlagtücher und Wollsocken herausholen. Denke bereits über unsere Sauna nach, da drin ist es wenigstens trocken und warm.

Voltaires Rätsel – wer kann es lösen?

Voltaire und Friedrich der Große unterhielten sich gegenseitig mit Rätseln. Für alle frankophilen hier ein besonders schönes. Die Auflösung gibt es morgen, bis dahin dürfen alle mal knobeln.

 

Friedrich der Große schrieb an Voltaire:

 

 

 

 

Voltaire  antwortete:

 

 

 

 

 

Wer knackt den Code?

 

Korrektur und Nachtrag: Olaf hat natürlich Recht: Es war anders herum, Friedrich fragte, Voltaire antwortete. Hab’s geändert.