Keine Angst vor dem Siebenschläfer-Wetter | gelernt

Keine Angst vor dem Siebenschläfer-Wetter

Der DLRG-Turm verwaist, die Strandkörbe verschlossen, Wasser von oben, von unten und von der Seite, über See und Land gepeitscht von einer steifen Brise: Alles andere als rosige Aussichten in diesen Tagen an der Küste. Auf jede kurzfristige Besserung folgt unweigerlich das nächste Sturm- und Regentief. Und das soll laut Bauernregel nach dem heutigen Siebenschläfertag jetzt sieben Wochen lang so bleiben? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht.
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Die Sucht zu sabbeln

„Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn hat den Ball – verloren, diesmal an Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen. Rahn schießt . . . Toooor! Toooor! Toooor! Toooor!“. Worte, die auch heute noch kalte Schauer über den Rücken jagen. Ins Mikrofon gebrüllt von Herbert Zimmermann in seiner legendären Hörfunkreportage über das WM-Endspiel von 1954, das „Wunder von Bern“. Ohne Pause redete Zimmermann sich in Rage, und das war auch gut so. Kaum jemand konnte sehen, was er da beschrieb, waren Fernseher doch noch Mangelware.

Und heute? Jeder kann sehen, ob Podolski ein Tor schießt oder Schumi überholt. Und was machen die Kommentatoren? Sie sabbeln wie zu alten Hörfunkzeiten. Besonders nervig bei Formel-1-Übertragungen. Vielleicht liegt’s am monotonen Rooaar-rooaar-rooaar der Boliden auf jeder der 70 oder mehr gleichförmigen Runden, dass die Reporter und ihre Gesprächspartner atemlos über Reifen, Asphalttemperaturen, Boxenstopps oder Pole-Position schwadronieren. Als sei der Fernseher noch nicht erfunden oder müsse fehlende Hintergrundmusik – vielleicht auch das nervtötende Rooaar-rooaar-rooaar – übertönt werden.

Da lob’ ich mir doch maulfaulere Kommentatoren anderer Sportarten. Springreiten zum Beispiel ist in dieser Hinsicht vorbildlich, weil die Reporter so schön maulfaul sind: „Oxer.“ „Steilsprung.“ „Jetzt die dreifache Kombination.“ „Und null Fehler für Ludger Beerbaum.“ Das hat Größe. Wer mehr wissen will, soll sehen. Und die Rasentemperatur oder die Profiltiefe der Hufe tun sowieso nichts zur Sache.

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Spaziergang im Zauberwald

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Urwald – das war für mich als Kind das, was bei den Tarzan-Filmen im Fernsehen zu sehen war: dichter Dschungel, Lianen, Affen, die sich von Baum zu Baum schwingen. Dass es auch hierzulande Urwald gibt, habe ich erst später gelernt. Jetzt hatte ich die Gelegenheit, einen geführten Spaziergang in einem hiesigen Urwald zu machen. Ein besonderes Erlebnis für den, der Augen hat zu sehen.
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Hilfe, mein Webspace ist voll

So ein Blog ist eine komplizierte Sache. Wer eines betreibt, will eigentlich nur Texte und Fotos veröffentlichen, sich ganz auf den Inhalt konzentrieren. Doch immer wieder gehen Stunden über Stunden für Technikkram drauf. Da dringt der unbedarfte Blogbetreiber in Sphären vor, von denen er sich nicht träumen lassen hat, dass es sie überhaupt gibt. So geht es mir gerade. Der Grund: Mein Webspace ist fast voll, und ich versuche herauszufinden, woran es liegt und wie man das Problem beheben kann. Eine Klage.
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Knackig texten mit dem Textknacker

Kennt Ihr den Textknacker? Das ist eine Anleitung, mit deren Hilfe Kinder schwierige Texte erschließen können. Der Textknacker ist enthalten in der Lesemappe des Projektes „Niemanden zurücklassen – Lesen macht stark“, das in schleswig-holsteinischen Schulen die Lesekompetenz fördern soll. Der Merkzettel ist mir gerade in die Hände gefallen. Er listet in sechs Schritten auf, wie man sich einem schwer verständlichen Text nähern kann, um ihn schnell und richtig zu verstehen. Der Textknacker lässt sich aber auch umgekehrt anwenden. Als Anleitung, wie ein guter Text aufgebaut sein sollte. Ich dekliniere das mal durch.
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Feuer unterm Reetdach

Das sind die Momente, in denen die Kamera nicht stillsteht: Feueralarm. Ich hatte mich am Sonntag gerade zum gemütlichen Tatort-Gucken niedergelassen, als der Pieper ging. Brand eines Reetdachhauses. 100 Feuerwehrleute bekämpften das Feuer, allerdings ohne Erfolg. Am Ende musste ein Bagger Dach und Obergeschoss herunter reißen, um das Löschen der tief im Dach versteckten Glut zu ermöglichen. Ein harter Einsatz für die Feuerwehrleute, und eine Herausforderung für Fotografen. Aber das Wichtigste war: Es wurde niemand verletzt.
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Tomtom spricht wieder mit mir

Wer oft unterwegs ist zu Adressen, an denen er bisher nicht war, der weiß ein Navigationsgerät zu schätzen. Das zärtlich Navi genannte Teil erspart eine Menge Sucherei und führt einen direkt zum Ziel. Vorausgesetzt, es hat Satellitenempfang. Das ist bei Tomtom-Geräten in diesen Tagen aber nicht selbstverständlich. Gerade gibt es damit erhebliche Probleme.
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Missbrauchsopfer Norbert Denef – Hunger nach Gerechtigkeit

Bekanntlich – so ein alter Kalauer – ist das Halbwissen des Journalisten groß wie der Ozean, aber gerade mal 30 Zentimeter tief. Und jeden Tag kommen ein paar Quadratmeter Wissen dazu. Manchmal geht es mir so, dass ich mit einem Thema anfange und plötzlich in einer Geschichte bin, von der ich keine Ahnung hatte. Die mich aber berührt und die einen tiefen Eindruck bei mir hinterlässt. So ist es mir gegangen, als ich mich mit Norbert Denef befasst habe. Er ist seit ein paar Tagen im Hungerstreik und kämpft damit gegen die Bundesrepublik Deutschland.
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Rettet Oskar Schindlers Fabrik

Es gibt wohl kaum einen Spielfilm, der so eindrucksvoll, so berührend ist wie „Schindlers Liste“. Die Geschichte dieses Mannes, der 1200 Juden im Dritten Reich das Leben gerettet hat, hat damit ein Denkmal erhalten, das der Größe seiner Leistung gerecht wird. Aber haben wir uns jemals Gedanken darüber gemacht, was aus den Schauplätzen dieser Geschichte geworden ist? Um einen von ihnen zu retten, werden bis zum 30. Juni dieses Jahres 6000 Euro benötigt. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.
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Schönen Abend noch!

Höflichkeit ist die Pflicht aller Dienstleister. Ob Kassiererin im Supermarkt, Tankwart oder Kellner, Entschuldigung: Restaurantfachmann. Allüberall wird der Kunde nicht nur mit einem „Auf Wiedersehen“ oder „Tschüss“ verabschiedet, sondern auch mit einem „Schönen Tag noch“, wahlweise „Schönen Abend noch“. Ist doch schön, wenn einem so viel Schönes gewünscht wird, und noch viel schöner, wenn dieser Wunsch in Erfüllung geht.

Der artige Kunde bedankt sich natürlich dafür, entweder mit dem mittlerweile etwas veralteten „Danke gleichfalls“ oder einem etwas lässigeren „Ihnen auch“. Aber mal ganz ehrlich? Ist das wirklich angebracht? Muss das nicht ein wenig wie Hohn klingen in den Ohren derer, die nicht mit einem neuen Kleid in der Tasche aus dem Geschäft oder nach einem leckeren Essen für einen Absacker nach hause auf die Couch dürfen? Da stolpert das „Ihnen auch einen schönen Tag noch“ doch ein wenig über die Zunge.

Aber das „Schönen Abend noch!“ ist ja nicht alternativlos, um hier mal dieses Unwort zu adeln. Wie wär’s mit „Schönen Arbeitsabend noch!“ Da fühlt man sich doch gleich viel besser, wenn das „Danke gleichfalls“ getrost ins eine Ohr ‚rein und aus dem anderen wieder ‚rausgehen kann.