Kleine Anleitung für IPTC-Köpfe

IPTC – das ist der internationale Standard für das Speichern von Bildinformationen und Urheberrechten.

http://de.wikipedia.org/wiki/IPTC-NAA-Standard

Jeder, der für Zeitungen arbeitet oder seine Fotos anderen Medien anbietet, sollte sie mit IPTC-Köpfen versehen. Einerseits, um den chronisch unter Stress stehenden Redakteuren die Arbeit zu erleichtern und damit vor anderen Fotografen die Nase vorn zu haben. Andererseits, um die Urheberrechte am Bild zweifelsfrei festzuschreiben.

Hier meine kleine Anleitung für das Anlegen von IPTC-Köpfen in Photoshop und XnView zum Herunterladen oder Ausdrucken:

IPTC-Anleitung

Wer mehr lesen möchte:

http://www.koschel.it/fotografie/iptc-daten/

http://www.bildbetextung.de/

Ausführliche FAQ zu Urheberrechten bei Fotos:

http://hoesmann.eu/rechtsgebiete/urheberrecht/faq-foto-und-urheberrecht/#109

Sintflut der Fotos

Ein kleines Erlebnis im Urlaub: In der Barbarossa-Höhle am Kyffhäuser kaufe ich eine Eintrittskarte und für zwei Euro eine Fotogenehmigung. Anmerkung auf der Rückseite: Fotografieren bitte nur ohne Blitz, die Veröffentlichung der Bilder ist untersagt (so die Kurzform, das Ganze war deutlich ausführlicher ausgeführt). Also rein in die Höhle, 1600 Asa eingestellt, Gorillapod unter die Kamera geklickt und fotografiert. Alle anderen haben auch auf den Auslöser gedrückt, auf den ihrer Handys oder Minikameras,  und immer schön geblitzt dabei. Der junge Geologe, der durch die Unterwelt führte, hat’s einfach so hingenommen.

Ritschratschclick im Digitalzeitalter

Ich  möchte ja nicht wissen, wie diese Fotos aussehen? Die Hälfte davon dürfte nicht zu gebrauchen sein, ähnlich denen, wenn ein Konzertbesucher vom obersten Rang der Kieler Ostseehalle mit dem eingebauten Blitz seiner Minikamera die Bühne ablichtet. Was mir aber noch bemerkenswerter erscheint ist die Frage, wer sich diese Fotos wann und vor allem wie oft anschaut. Wir ertrinken in Fotos. Seitdem kein Film mehr gekauft und eingelegt werden muss und jedes Foto so schnell wieder gelöscht werden kann wie es gemacht wurde, wird fotografiert als gäbe es nichts anderes mehr auf der Welt. Die Sintflut der Bilder ist weitaus größer als die echte. Wer braucht diese Fotos? Wer will diese Fotos? Sie sind Wegwerfware geworden.

Klick-Klick-Klick

Zugegeben, auch ich fotografiere viel. Und vor allem jedes Motiv mehrmals. Als Fotografin für Zeitungen hat man das einfach so drin, jedes Motiv vielfach aus vielen Blickwinkeln. Früher wurden davon Kontaktabzüge gemacht und einzelne mit Lupe und fotografischem Blick ausgesucht. Heute macht die Masse das Bild. Klick-Klick-Klick, und alles, was nichts taugt, wird weggeworfen. Oder auch nicht, denn auch das Aussortieren will gelernt sein. Von beiden Phänomenen will ich mich nicht freisprechen.

Mindert die Masse den Wert?

Was macht das massenweise Fotografieren mit den Bildern? Wie beliebig werden sie? Meine Theorie: Millionen von Fotos versauern auf Festplatten, nachdem sie kurz gezeigt und besehen wurden, etwa nach Urlaubsreisen. Wenn sie dem Fotografen wichtig sind, bitte sehr, soll er sie horten. Einige hunderttausend Bilder finden den Weg ins Internet, in Fotocommunitys oder auf Blogs (darunter auch Fotos von mir). Ambitionierte Hobbyfotografen zeigen hervorragende und herausragende Bilder. Eine Leistung, die mich oft staunen lässt.

Und dann gibt es noch Fotos, die ragen heraus. Wer sehen kann, wird sie finden und für gut befinden und sie im Gedächtnis behalten. Es sind Nadeln im Heuhaufen der Massenfotografie. Zeitlose Dokumente, wunderschöne Bilder, auf Chip gebannte Weisheiten. Fotos, die im Kopf des Fotografen entstanden und im Kopf des Betrachters bleiben.

Die universelle Sprache der Fotografie

Solche Fotos gab es schon immer. Sie sind nicht umsonst heute als Kunstwerke anerkannt, man denke nur an Bilder von Edward Steichen, Alexander Rodtschenko, Robert Capa, Henry Cartier-Bresson, Alfred Stieglitz oder August Sander.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bedeutender_Fotografen

Ihre Bilder sprechen eine universelle Sprache, die bis heute gilt. Viele andere, weniger bekannte Fotografen machen Bilder, die in Qualität und Aussage hervorragend sind. Ich wünsche diesen Bildern, dass sie nicht von der Sintflut der Fotos, die das digitale Fotozeitalter prägen, hinweggespült werden. Es erfordert geübte Betrachter und die Lust an guten Fotos, die Spreu vom Weizen zu trennen. Nicht nur in unserer von Bildern geprägten Welt, sondern vor allem und das ganz besonders auf der eigenen Festplatte.

Ausführliche Gedanken zum „digitalen Bildvergessen“ hat sich Andreas Schelske 2005 beim zweiten Symposium der Deutschen Gesellschaft für Photographie und des Fachbereichs Gestaltung der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule Nürnberg gemacht.

Gedanken und Tipps zum Fotos sortieren gibt’s hier:

http://www.foto-howto.de/praesentieren/ordnung-das-aussortieren-der-fotos/

 http://www.goldmann.de/bilder-aussortieren_tipp_127.html

 

 

 

 

Erlebnis Hotel

Wenn einer eine Reise tut . . . Na klar, dann kann er was erzählen. Wer eine Reise tut, ist auf fremde Betten angewiesen. Üblicherweise auf ein Hotel. Das kann zum Erlebnis werden, zumal, wenn man auf eigene Faust in Feriengebieten unterwegs ist und vorher kein Zimmer gebucht hat. Ich habe in einer Woche Deutschlandtour drei Kategorien von Hotels kennen gelernt: unmögliche, äußerst angenehme und oberspießige.

Unmöglich:

Am Main, die als Ort der Nachtruhe auserkorene Kleinstadt ist gerade Ziel einer Massen-Fahrradtour, alle Zimmer ausgebucht. Die freundlichen Damen der Tourist-Information empfehlen, einen Ort weiter nachzufragen. Etwa bei einem Weingut, das auch Fremdenzimmer vermietet. Anruf, Auskunft: Ja, wir haben noch ein Zimmer frei, allerdings ohne Dusche und Toilette, die liegen auf dem Flur, Sie sind aber die einzigen Benutzer. Na gut, mag gehen für ein, zwei Nächte. Also hin. Zimmer ansehen? Nein, es wird gerade fertig gemacht, Sie können gleich einziehen. Wir sind ein- und gleich wieder ausgezogen: ein gebrauchtes Pflaster unterm Bett, eine Erdnuss im Polster des durchgesessenen Sessels, verschwitzte Bettwäsche und ein zusammengeknüllter Zettel in der Ecke. Das alles für 50 Euro die Nacht. Nein Danke.

Äußerst angenehm:

Also noch einen Ort weiter gezogen. Veitshöchheim am Main, sieben Kilometer vor Würzburg. Es ist ein Doppelzimmer für uns frei. Perfekt. Der Gastgeber empfängt uns herzlich, fragt, ob wir Würzburg besuchen wollen, drückt uns auf unser Ja prompt einen Stadtplan von Würzburg, einen von Veitshöchheim, den Fahrplan der Mainschifffahrt mit den Abfahrtszeiten nach Würzburg in die Hand, empfiehlt uns einige gute Speiselokale im Ort, zeigt uns ein pieksauberes und großzügig eingerichtetes Zimmer – 71 Euro die Nacht für zwei –, druckt uns am nächsten Tag flugs einen Busfahrplan aus und serviert am nächsten Morgen ein exorbitantes Frühstücksbüffet mit Lachs und Tomaten-Mozzarella und allem Drum-und-dran. Einziges Manko: Das Haus liegt nicht gerade ruhig, gegenüber flitzt der ICE über eine Hochbahntrasse, und bei brütender Hitze wird es nachts unruhig, wenn die Fenster offen sind. Abgesehen davon ein höchst empfehlenswertes Haus.

Es ist das Hotel und Gästehaus am Rokokogarten in Veitshöchheim:

http://www.hotel-am-rokokogarten.de

Die Namen der beiden durchgefallenen Häuser will ich hier höflich verschweigen.

Oberspießig:

Weg vom Main, hin zum Edersee. Waldeck. Wieder Zimmersuche. Angesichts der Erfahrung am Main rufen wir in einem Haus an, bitten, das Zimmer zunächst besichtigen zu dürfen. Die Dame am Telefon gibt sich schmallippig, weist uns dann aber an, zu kommen. Von Anschauen ist nicht mehr die Rede, sie drückt uns die Zimmerschlüssel in die Hand und bemerkt noch: „Da Sie nur eine Nacht bleiben, muss ich fünf Euro Aufschlag pro Person berechnen.“ Na dann. Macht88 Euro pro Nacht für zwei Nasen. Das Haus ist aufwändig, aber stillos eingerichtet, strotzt vor Nippes, das Bad ist braun gefliest und auf dem Flur hängt wie früher in Kinderheimen üblich ein Gong. Wird damit zu den Mahlzeiten gerufen? Wir werden es nie erfahren. Denn die Damen gibt uns zu wissen, das Haus sei zwar auch ein Restaurant, man habe aber an diesem Tage so viele Hausgäste, an die 40, dass es nicht möglich sei, für zwei weitere Personen zu kochen. Wir mögen uns zum Essen in ein anderes Restaurant begeben. Wir fühlen uns so schnell als Gäste zweiter Klasse, halt keine Hausgäste, sondern NUR Übernachtungsgäste. Der Eindruck, in ein Kinderferienheim mit strengen Sitten geraten zu sein, setzt sich beim abendlichen Kauf eines Viertels Wein für den zimmereigenen Balkon fort: „Aber Glas und Karaffe wieder runterbringen“, wird mir mit auf den Weg gegeben. Selbstverständlich.

Merke: Nicht überall ist der Gast Gast. Er fühlt sich manchmal wie ein zu schröpfendes Wesen und manchmal wie zurechtgewiesen. Aber es gibt eben auch Orte, wo Gastfreundschaft noch genauso verstanden wird.